Northmen - A Viking Saga

Northmen – A Viking Saga

Northmen - A Viking SagaNorthmen – A Viking Saga ist so durchschaubar: eine Wikingerschiff erleidet Schiffbruch, sie landen in England, nehmen eine Geisel und werden verfolgt. Die Gruppe besteht aus (im Bild oben von links nach rechts) folgenden Abziehbildern Charakteren:

  1. der alte Recke mit der Riesenaxt
  2. der verschlagene Kleine mit der dümmlichen Frisur, der, um das Bild des Loki-Anhängers / Dorftrottel / Hinterhältigen zu verstärken nicht mit Schwert oder Axt kämpft sondern mit zwei kleinen Dolchen; ausserdem muss er dem christlichen Mönch zu Beginn am allermeisten abgeneigt sein, nur um im weiteren Verlauf seine wundersame Wandlung zu dessen beinahe besten Freund durchzumachen
  3. die vom König verfolgte Prinzessin
  4. der heldenhafte Anführer
  5. der christliche Mönch, der Verständnis für die Wikinger zeigt (natürlich! sonst wäre er ja nicht Teil der Gruppe) und auch noch Meister im Kampf mit dem Stab ist (natürlich! sonst wäre er ja nutzlos)
  6. und einige austauschbare Wikinger

Würde man einen billigen Groschenroman vor sich haben, wäre es nicht offensichtlicher, wer hier bis zum Schluss überlebt. Nach der Strandung ist einer verletzt. Bei ziemlich jedem Kampf opfert sich ein Verletzter und stirbt, aber dummerweise wird ein anderer verletzt. Und mit genommen. Bis es zum nächsten Kampf kommt. Und so weiter und so gähn. Wer bleibt über? Nummer 1 bis 5. Die austauschbaren Wikinger nehmen der Reihe nach die Rolle des verletzten aber aufopferungsbereiten Krieger ein, der schliesslich nach Valhalla zieht.

Durchschaubar bis ins kleinste Detail: selbst für Kleinkinder bietet “Northmen – A Viking Saga” keinerlei Überraschungen. Spart euch die Zeit.Northmen – A Viking Saga

The Martian - Andy Weir

The Martian – Andy Weir

The Martian – Andy WeirAb und zu findet man ein Buch, das man nicht aus der Hand legen kann. The Martian von Andy Weir ist so eines. Eine Marsmission wird wegen eines Sturms auf der Oberfläche abgebrochen, Mark Watney bleibt alleine zurück. Sofort macht er sich ans Werk, sein Überleben zu planen. Die Erdäpfel, die für das Thanksgiving-Dinner geplant waren, werden angepflanzt, Wasser wird recycelt, und Dünger bekommt er indem er seine Ausscheidungen wiederverwertet. Dafür darf er jedoch die Toilette nicht verwenden, denn diese trocknet die Exkremente und tötet damit alles ab – the toilet of doom:

My asshole is doing as much to keep me alive as my brain.

Als Botaniker und Ingenieur hat er das Wissen, und dazu noch viel Basteltrieb – kein Wunder, dass ihn viele Leser mit MacGyver vergleichen. Ich würde ihn auch als Glücksgriff bezeichnen, denn kaum eine andere Fächerkombination würde ihm das Überleben – und uns das spannungsvolle Mitfiebern – ermöglichen. Andy Weir breitet viel an Wissenschaft aus, und die dumme Frage von so manchem Schüler Wozu brauche ich das? wird definitiv beantwortet. Okay, nicht jeder wird am Mars stranden, aber jeder sollte diese geniale Buch gelesen haben.

Watney ist ein klug, selbstkritisch und zynisch auch was seine Überlebenschancen angeht. In ihm mischt sich alles zusammen, was man für einen einsamen Helden benötigt. In diesem Fall wird es halt in harter Science-Fiction verpackt. Das Rezept passt und funktioniert, Andy Weir hat hier ein meisterhaftes Werk abgeliefert.

Gun Machine - Trophy Room

Gun Machine – Warren Ellis

Gun Machine - Warren EllisGun Machine von Warren Ellis hat auf deutsch denselben Titel. Ich habe es in deutsch bekommen. Ichbegann, es zu lesen. Nach fünfzehn Minuten und zwei Sätzen habe ich mir die englischsprachige Originalversion organisiert: die Sätze waren so verdreht, sie waren gebrochen und ihrer Bedeutung beraubt. Der Übersetzer Ulrich Thiele hat hier richtige Scheiße fabriziert. Ich kann also guten Gewissens von der Lektüre dieser von Ulrich Thiele übersetzten Werke abraten! Hände weg!

Tallow [...] spuckte sein Nikotinkaugummi auf die Pearl Street.

Und ich spucke auf Ulrich Thiele. Möge er seinen Kaugummi verschlucken.

Die Handlung

Detective John Tallow der New Yorker Polizei stösst auf einen Raum voll mit hunderten ritualistisch angebrachten Waffen. Zu jeder Waffe gibt es einen ungeklärten Mordfall. Tallow ist somit für viel Arbeit verantwortlich und das Arschloch des NYPD. Er darf sich alleine um den Fall kümmern, an seiner Seite nur die beiden Wissenschafter Scarly und Bat. Gegenspieler reihen sich dafür der Reihe nach auf…

Und auch seine Freunde, oder besser: sein Barkeeper hat gute Sprüche drauf:

There ain’t enough happens in soccer. It’s like watching twenty-two hair models kick a ball around for what seems like six months and then one of them falls over and the ball goes in the goal.

Fazit

Warren Ellis ist bekannt für seine Comics, und manche finden es unfair, dass er mit Gun Machine beweist, dass er auch noch klassische Geschichten schreiben kann. Verstehe ich nicht, muss wohl wieder so ein Neidgenosse sein. Ich genieße lieber das gute Buch.