Montecristo - Martin Suter

Montecristo – Martin Suter

Montecristo - Martin SuterMontecristo von Martin Suter: ein Schweizer Thriller aus der Welt der Banker, Journalisten und Politiker… zum Glück nicht auf Schweizerdütsch sondern lesbar.

Ein Personenschaden bei einer Fahrt im Intercity und zwei Hundertfrankenscheine mit identischer Seriennummer: Auf den ersten Blick hat beides nichts miteinander zu tun. Auf den zweiten Blick schon. Und Videojournalist Jonas Brand ahnt bald, dass es sich nur um die Spitze eines Eisbergs handelt. Ein aktueller, hochspannender Thriller aus der Welt der Banker, Börsenhändler, Journalisten und Politiker – das abgründige Szenario eines folgenreichen Finanzskandals.

Uije, Banker, Journalisten, Politiker – da kommen die aktuell meist gehassten Berufe zusammen. Ob das mal nicht in stumpfes Gesudere abgleitet? So wie der Kasperl immer seine zuverlässige Keule parat hat, so das Krokodil auftaucht, ist es ja bei einigen Zeitgenossen in, das kapitalistische Krokodil mit der argumentativen Keule zu hauen: neoliberal! pfui! asozial! geht’s scheissen! mehr eisenbahn!
Argumente sind das alles keine, und so zieht die sozialistische Oma (nach 1989) wieder mal den Kürzeren.

Suter jedoch braucht keine Keule wie so mancher Forentroll, er führt eine feine Klinge und den Leser mit Bedacht ins Abenteuer hinein. Es startet etwas stimmungsvoller, bereitet die Charaktere auf, ohne langatmig zu werden. Dann beginnt die Geschichte sich aufzubauen, mit kleinen Hinweisen und grossen Szenen, die einem den Atem rauben, und das alles ohne Action vortäuschen zu müssen.

Die Zeitmaschine Karls des Grossen - Oliver Henkel

Die Zeitmaschine Karls des Grossen – Oliver Henkel

Die Zeitmaschine Karls des Grossen - CoverDie Zeitmaschine Karls des Großen sorgt für Unruhe. Klar, erfährt Karl dank dieser Zeitmaschine, dass er Kaiser sein sollte, kein Vasall eines anderen. Also steht Krieg bevor, der die verbogene Geschichte korrigieren soll.

Das Weströmische Reich hat schwere Zeiten überstehen müssen. Nur knapp konnte das angeschlagene Imperium im Jahre 476 der endgültigen Vernichtung entrinnen. Doch Rufus Scorpio rettete es vor der zerstörerischen Gier des Heerführers Odoaker, erlangte selber den Kaiserpurpur. Über dreihundert Jahre sind seitdem vergangen, ein Großteil der verlorenen Provinzen konnte zurückgewonnen werden. Jetzt, im Jahre 796, sieht es ganz so aus, als würde Westrom für alle Zeiten Bestand haben. Doch die scheinbar sorgenfreie Ruhe könnte trügerisch sein. Karl, der König der Franken, verhält sich seit geraumer Zeit sehr beunruhigend, und niemand kennt den Grund dafür. Andreas Sigurdius wird als Spion in das Reich im Norden geschickt. Und was er dort herausfindet, geht weit über alles hinaus, was er sich jemals hätte vorstellen können…

Oliver Henkel liefert mal wieder alternative Geschichte ab, und er macht es ganz gut. Es ist ganz klar zu erkennen, dass der Schreibstil mit dem bei den Kaiserkriegern sich deutlich ähnelt. Nur dass Henkel mehr Wert auf die Handlung legt, als auf die Geschichte und deren wissenschaftliche Korrektheit: es kommt ihm nicht in den Sinn, beim ersten Ausritt zwei Seiten dem Thema der noch nicht erfundenen Steigbügel zu widmen. Dennoch, so richtig in Fahrt kommt die Handlung nie, es gibt zuwenig Action, zuviel Herumgedudel als dass es richtig packend würde. Dennoch: lesen kann man es mal.

Soft Apocalypse - Will McIntosh

Soft Apocalypse – Will McIntosh

Soft Apocalpyse - Will McIntoshDen plötzlichen Weltuntergang kennen wir aus der Literatur zur Genüge. Was aber, wenn die Zivilisation sich nur langsam dem Untergang nähert? Diese Geschichte präsentiert uns Will McIntosh in Soft Apocalypse.

Jasper lebt in einer kleinen Stadt im Süden der USA. Eigentlich irgendwo daneben, im Wald, oder wo auch immer. Er wird Zigeuner genannt. Die Grenzen sind kaum geschützt, es gibt Krieg, Designerviren verunstalten und töten massenhaft Menschen. Dann findet er mal wieder einen Job. Eine Freundin. Was er nicht findet, ist die Hoffnung auf eine bessere Zukunft – es wird immer schlimmer. Langsam zwar aber unaufhaltsam.

Bei so einem Setting denkt man zuerst an eine von zwei Sachen, die der Autor machen kann – Worldbuilding ist es bei McIntosh nicht. Er beschreibt den Untergang über die Hauptfigur und seine Freunde, seine Beziehungen, seine Ängste. Das macht er gut, man verfolgt die Geschichte gerne weiter… mein Ding ist es aber nicht. Ich hätte gerne mehr vom grossen Rundherum erfahren, oder ein wenig mehr Action. Wer es gerne gemächlicher angeht, wird Soft Apocalypse noch besser finden als ich es tat.