26. Januar
2012
Makepeace Hatfield ist eine der letzten Bewohnerin einer Siedlung im hohen Norden Sibiriens. Dort gab es genug Platz für Aussteiger wie ihren Vater, die von der zivilisierten Welt genug hatten. Und sie sollten Recht behalten, zumindest in Marcel Therouxs Buch Far North. Die Welt ging wirklich vor die Hunde.
Denoch scheint es für Makepeace Hatfield eine Zukunft zu geben. Zuerst findet sie eine schwangere Chinesin. Diese stirbt jedoch bei der Geburt zusammen mit dem Kind und so ist sie wieder alleine, nur um von der Vergangenheit eingeholt zu werden. Für Überraschungen ist gesorgt, und auch für witzige Details. So witzig, wie sie in einer Endzeitstimmung nun mal sein können.
Far North kommt nicht ganz an The Road heran, ist aber durchaus spannend. Nur nicht ganz so dystopisch. Da überleben doch tatsächlich nicht wenige Menschen. Darunter nun mal auch Ungustln, Unmenschen, Idioten. Ohne die wäre das Buch vielleicht etwas fad, gut also, dass es sie zumindest im Buch gibt. Denn so gibt es spannende Lektüre für uns alle.
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23. Januar
2012
Es ist doch nicht alles schlecht, was von dieser grindigen Insel kommt. Acht Stunden Hayley Atwell (siehe auch Captain America) nehme ich jeden Tag.
Hayley Atwell spielt Aliena in der Miniserie The Pillars of the Earth. Ich muss von dieser Serie gehört haben. Wie sonst wäre ich auf den Gedanken gekommen, das Buch dazu zu lesen? Wie auch immer, gut war’s, das Buch hat mir gefallen und die Serie war ein wunderbarer Zeitvertreib.
Die TV-Adaptierung ist lückenhaft und dreht einiges um: so versucht der Drehbuchschreiberling mit Gewalt alle bösen Jungs zumindest ein wenig besser dastehen zu lassen. Alfred ist gar nicht so böse, sondern eher Jack; und die Ausgeburt der Hölle, William Hamley, ist ja nur ein wenig verzogen. Wäre ich Ken Follett, hätte ich ordentlich auf den Tisch gehauen und den Schreiberling zur Sau und arbeitslos gemacht.
Doch genau diese Verschlechterungen des Stoffs zeigen die Grösse des Werks: es ist immer noch spannend und man kann die nächste Folge kaum erwarten. Doch es wird noch besser, ihr müsst gar nicht warten, denn Die Säulen der Erde gibt es auf vier DVDs zu erstehen.
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16. Januar
2012
England, Mitte des 12. Jahrhunderts: das Inselvolk wird von Frankreich aus regiert. Die zivilisatorischen Qualitäten auf der Insel lassen zu wünschen übrig. Dennoch ist der Baumeister Tom begeistert von einer Kathedrale, und so wird es zu seinem Lebenstraum, eine Kathedrale nach seinen Vorstellungen zu bauen.
Das ist der Ausgangspunkt von The Pillars of the Earth, zu Deutsch: Die Säulen der Erde. Das Werk umfasst viele Jahre und viele Seiten und endet mit einer fertigen Kathedrale. Die jedoch ganz anders aussehen wird, als Tom sich das erträumte, da es Menschen gibt, die es von der Insel in fortschrittlichere Gebiete geschafft haben und etwas Wissen mitnahmen.
Dazwischen gibt es mittelalterlich-typische Barbareien wie Krieg, Gewalt, Mord, Sex! (Wie aus einer empörten Rezension zu entnehmen ist, sogar “rough sex”! Nicht politisch-korrekt-verdummte Menschen würden das immer noch einfach und ehrlich eine Vergewaltigung nennen. Weicheier!)
Ken Folletts Werk ist kontroversiell: die meisten Bewertungen sind (sehr) positiv oder sehr negativ. Von “nach wenigen Seiten aufgehört” bis “durchschaubar” reichen die negativen Kommentare, auf der anderen Seite sind noch mehr Leser davon begeistert. Nun, der Roman ist historisch nicht ungenau aber vielleicht nicht das, was sich manche bei einem historischen Roman erwartet hätten: die Schreibweise ist schnell und teils kurzatmig, wie in einem Thriller wird man durch die Handlung getrieben. Doch das muss nicht schlecht sein. Mir gefällt es ganz gut. Der historische Hintergrund kommt nicht zu kurz, aber wozu sollte man sich noch viel länger mit dem Hintergrund aufhalten, wenn man noch ein paar Jahrzehnte an spannender Handlung unterbringen will? Eben.
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