Django Unchained

Django UnchainedNeulich in der Strassenbahn, die Fahrgäste durften wieder mal Zeuge eines Telefongesprächs werden:

Gestern haben wir uns Django Unchained angeschaut. Voll brutal, aber der Christoph Walzt spielt sooo gut!

Willkommen auf dem Mainstream-Zug, du blöde Tussi! Vor einigen Jahren hätte sie nur die Nase gerümpft bei dem Namen, aber kaum sagen mal ein paar Kritikerwappler, dass er gut gespielt hätte, schon ist er der neue Held. Und davor war er ein unbegabter Trottel? Ein Sklave der Einfältigkeit, der nur darauf gewartet hat, von Hollywood entfesselt zu werden?

Womit wir schon beim Thema des Films wären: Christoph Waltz spielt einen Kopfgeldjäger und befreit den Sklaven Django, um von ihm zu erfahren, wie einige gesuchte Verbrecher aussehen. So entwickelt sich eine gute Partnerschaft, erfolgreich im Töten von Verbrechern, und unweigerlich auch eine Freundschaft, die beim Versuch, die noch immer versklavte Frau Djangos zu befreien, im Action- und Blutfinale enden muss.

Der Film ist unterhaltsam, sowas kann Regisseur Tarantino schon. Die Action hingegen ist masslos übertrieben, der Gute erschiesst immer gleich zwei Böse mit einer Kugel, kann jedoch mit einem Bösen als Schutzschild zig Kugeln von sich abhalten.

Wer sich den Film anschauen sollte? Action-Fans. Tarantino-Fans. Und dumme Tussis, die seit ein paar Jahren von Christoph Waltz schwärmen.

Abraham Lincoln – Vampirjäger

Abraham Lincoln - VampirjägerAls kleiner Bub sieht Abraham Lincoln wie ein Vampir seine Mutter tötet. Der Mord prägt ihn und er entwickelt eine gesunde Abneigung gegen Blutsauger: er wird zu Abraham Lincoln – Vampirjäger.

Ein mysteriöser Fremder hilft ihm; er bringt ihm bei, stark und schnell zu sein. Mit silberlegierten Äxten und Kugeln geht er auf die Jagd, und er erledigt viele Vampire. Doch nicht die einzelnen Vampire stellen die Gefahr dar, sondern die Südstaaten, die unter der Herrschaft der Vampire stehen und in den Bürgerkrieg ziehen. Verstärkt durch die Vampire scheint es kein Halten zu geben. Lincoln nimmt das nicht hin, er geht in die Politik und wird zum Präsidenten gewählt. Mit seinem Wissen um die Schwäche der Vampire gibt es Hoffnung, den Krieg noch zu gewinnen. Alles Silber wird gesammelt und soll den Soldaten wirksame Waffen und Munition verschaffen. Und so kommt es zum unvermeidlichen Showdown…

Abraham Lincoln – Vampirjäger ist ein bemerkenswerter biografischer Film. Es hilft ungemein, dass Lincoln ein abenteuerreiches Leben führte. Ein grosses grosses Minus gibt es jedoch für die Abwesenheit sämtlicher Schnuckis: irgendeine Mary Elizabeth Winstead versucht es zwar, aber allein der grausam britische Name versaut hier alles, und sie selber kann nichts wettmachen. Muss eine hässliche Zeit gewesen sein damals. Armer Abe.

Abraham Lincoln – Vampirjäger ist bei Amazon.de vorbestellbar und wird ab 14. Februar geliefert.

The Hobbit – An Unexpected Journey

The Hobbit – An Unexpected JourneyIst das Buch The Hobbit bei der Seitenanzahl dreistellig? Wird sich knapp ausgehen. Das hindert Peter Jackson nicht daran, das Buch auf drei epische Filme aufzuteilen. Zum Vergleich dazu gibt es ebenso nur drei Filme zum wahrhaft epischen, und drei Bücher umfassenden, Herrn der Ringe. Irgendwas läuft da falsch.

The Hobbit – An Unexpected Journey also, frisch im Kino eingelangt, mit 48 Frames pro Sekunde, die man total nicht bemerkt. Dazu noch in 3D, nein, sogar 4D oder 5D, denn als die Zwerge gerade fressen, hat im Kino jemand gerülpst und gefurzt und ich schwöre, ich war’s nicht! Und wenn, war es nicht ganz so unerwartet als die Handlung des Films, in dem der geruhsame Bilbo Baggins von Gandalf und 13 Zwergen zu einem Gelage verdonnert wird und zu einem Abenteuer eingeladen. Zuerst abgeneigt, läuft Bilbo schließlich den Zwergen hinterher und stürzt sich ins Abenteuer – einem Drachen seinen Goldschatz und Berg zu entreißen.

The Hobbit füllt drei Stunden mit viel Geschichte und auch viel Action. Wenn eine Holzbrücke über hundert Meter einen Abhang hinunterstürzt, und nur Goblins aber kein Zwerg mit Geschrei herunterfällt, erkennt man deutlich den Unterschied im Zielpublikum der Buchvorlage: ganz so realistisch geht es nicht zu.