1. Juli
2010
Gewinnspielsieger: Christoph Weber
Wieder mal Zeit dass “Christoph Weber” als Gewinner bei einem Gewinnspiel gelistet wird. Vor kurzem war es soweit, auf poker-community.at. Und da dieser Christoph Weber tatsächlich meinereiner war, gings kurz darauf auch schon in die Millenium City. Auf in die tollste Ubahn der Welt, die U6, die schön auf den Stadtbahnbögen in der Sonne brutzelt, der Geruch von Schweiss und Kebab vermengt sich zu einem Aphrodisiakum das Lust auf mehr Wiener Linien macht.
Dort angekommen gehts in den City Poker Cardroom. Klein, fein, der Schmäh rennt unter den durchwegs jugendlichen Stammspielern. An die zehn Pokertische schmiegen sich in die Räumlichkeiten im fünften Stock. Das kleine Ottakringer kostet 2 Euro 80 und das Turnier 20+4 Euro für Nicht-Gewinnspielgewinner und es werden 800 Euro Preisgeld garantiert. Dafür sind 40 Spieler notwendig, diese Zahl wird an diesem Tag nicht erreicht. Das Turnier startet mit zwei vollen Tischen und es steigen einige Spieler später ein anstelle derjenigen die sich früh verabschieden.
Turniersieger: Christoph Weber
Das Turnier selber ist sehr angenehm zu spielen, wie gesagt es rennt der Schmäh, die Spieler sind vom Können sehr gemischt, manche callen zuviel, andere folden zuviel und wenige wissen schon wie’s dort läuft und spielen das recht brav. Ich bekomme zuerst mal ein paar gute Karten dann längere Zeit eher Schrott, aber der Finaltisch ist bald erreicht. Eine Teilung durch zehn wird noch abgelehnt. Zweimal Nuts und einmal Bluff später bin ich nicht mehr Dritter in Chips sondern Chipleader. Kurz darauf sagen alle Ja zu einer Aufteilung des Preisgelds auf die verbliebenen acht Spieler und ich bin dank Chiplead nominell Turniersieger und mache mich mit 100 Euro auf den Heimweg. Auch okay.
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18. Juni
2010
Wieder mal landet ein Sklansky auf meinem Nachtkastl und in meiner Bibliothek. Nach seinem Klassiker The Theory of Poker ist diesmal No Limit Hold ‘em: Theory and Practice an der Reihe. Theory of Poker behandelte kein spezifisches Spiel, und der Pokerboom nach 2003, dem Jahr wo Chris Moneymaker als Amateur den WSOP Main Event und Millionen Dollar gewann, machten es attraktiv und finanziell notwendig, ein Buch zu schreiben das sich speziell mit No Limit Hold’em auseinandersetzt. Und wieder mal haben David Sklansky und Ed Miller sich zusammengetan und ein gutes Buch verfasst.
Sie gehen bei weitem nicht nur auf Preflop-Strategien ein, wie sie bei Turnieren häufig vorkommen. Am meisten beschäftigen sie sich mit Deepstack Cashgames, da hier bis zum River Spielraum bleibt. Und sollte man mal in einem Turnier mehr Spielraum haben braucht man hier auch einen Plan und eine Strategie. Einfach reinstellen kann jeder.
Es werden viele Konzepte vorgestellt, vom Anpassen an Stack Sizes, manipulieren der Potgrösse hin zum Verleiten der Gegner zu schlechtem Spiel.
Aufgebaut ist das Buch im klassischen, guten Two Plus Two Publishing Stil, didaktisch gut aufgebaut und unspezifisch genug damit man nicht nach Kochrezept spielt sondern sich selber Gedanken macht wie man in verschiedenen Situationen verschiedenst spielen kann. Mathematisch ist es sauber, nicht im Sinne von fehlerfrei sondern von beinahe gänzlich befreit davon. Abgesehen von grundsätzlichen Pot Odds Berechnungen gibt es nicht viel, und Pot Odds werden als bekannt vorausgesetzt.
Es ist nicht unbedingt ein Buch für Anfänger, da es eben einiges voraussetzt; für Fortgeschrittene wäre eine Vertiefung in manchen Punkten nicht schlecht. In Verbindung mit Theory of Poker ist es für engagierte Spieler auf jeden Fall hilfreich.
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16. April
2010
Geschichtsunterricht! Die Stunde leiten Tom McEvoy und T.J. Cloutier. In Championship No Limit & Pot Limit Hold ‘Em erzählen sie uns wie sie Hold’em spielen. Da das Buch aber aus dem Jahre 1997 stammt ist es ziemlich obsolet. Der durchschnittliche Spieler spielt deutlich aggressiver als es hier geschildert wird. Dennoch: das Buch wurde von so vielen zitiert oder als Grundlage für ihren frühen Erfolg bezeichnet, dass ich es mal lesen musste.
Die Strategie-Kapitel kann man eher überfliegen. T.J. Cloutier ist einer der instinktiven Spieler, die andere Spieler beobachten und gut lesen können. Tom McEvoy ist eher analytisch unterwegs. Eigentlich eine ganz gute Mischung, aber aus schon genannten Gründen wäre man unweigerlich der tighteste Rock am Tisch. Egal an welchem Tisch. Gut versteckt und wenig hervorgehoben sind kleine strategische und allgemeingültige Schätze wie das Gap Prinzip, wie es Sklansky genannt hat oder “The value of the hand is in its ranks, not in its being suited.”
Es ist ganz nett zu sehen, wie sich das ganze entwickelt hat seit damals. Als Gegenmassnahme werde ich im Anschluss nochmal Colin Moshmans SNG Strategy lesen.
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