18. Januar 2010

Christoph Weber bei der Greek Poker Tour

In Griechenland verboten, erfreut sich der Pokerspieler in Wien an einer Unzahl an Gelegenheiten Poker zu spielen. Vorreiter aller Cardrooms ist das CCC, das dieses Wochenende wieder den Griechen Zuflucht bot. Die Greek Poker Tour war zu Gast. Und dank eines bei Pokerfirma.de gewonnenen Tickets durfte ich an einem Side Event teilnehmen, 100+15 Euro Buyin mit einem Rebuy. Vorbereitet und hungrig gings um 1900 los.

Schlechte Karten gleich zu Beginn verschaffen mir nach zwei Runden Folds ein ultra-tightes Image. Nur die ungarische Fraktion rechts von mir möchte mit mir spielen. Ich möchte mit dem Teil der ungarischen Fraktion links von mir spielen, aber das ist eine andere Geschichte und ein anderes Spiel. Also gut, nutzen wir das Image aus, so gut es geht. :Qx: :Tx: in der Hand, :Ax: :Kx: :3x: am Flop und eine Continuation Bet reicht um :Jh: :Jd: loszuwerden. Gut. Ansonsten sind die Entscheidungen einfach, da ich kaum mittelmässige Karten bekomme, mein tightes Image behalte und C-Bets oft den Pot einstreichen. Einmal habe ich :Jd: :Jc: , ein Ungar wieder dabei sieht sch den Flop :Js: :7x: :3x: an, er spielt in mich hinein. Ich muss überlegen. Zwischen Call und Raise logischerweise, da merke ich dass es gerade zum schlechten Schauspiel wird und calle. Turn :Js: :7x: :3x: :Kx: , ändert nichts, hat er Könige hat ers verdient. Er setzt, ich überlege kurz, gehe allin er callt mit :Qx: :Tx: und dem Openender. Kommt nicht, und ich bin ausser dem schlechten Schauspiel am Flop mit meinem Spiel nicht unzufrieden. War ja auch ziemlich Standard. Mit 4-6k gehts dahin und die Rebuy-Phase vorbei. 296 Spieler und 225 Rebuys sorgen für einen ausreichend gefüllten Preispool mit 13k für den Sieger und 404 Euro für den 27.

Dann gehts etwas runter, bis ein ungarischer aktiver Spieler in früher Position limpt, ich raise mit :Tc: :7c: , Emo im Big Blind callt, ebenso der Ungar. Flop :Ah: :9c: :2s: . Nix getroffen, nur einen Verdacht auf Runner-Runner Möglichkeiten aber es wird zu mir gecheckt. Na gut, den Ungar bekomm ich raus, den Emo auch… ausser er hat ein As mit gutem Kicker, also flott allin, Emo deutet alles richtig und schaut nicht auf mein Image, callt mit :As: :Jh: . Ups. Doch was sehe ich da? Noch ein Treff und noch eins, das Flush ist fertig und ich bei 10k. Kurz darauf geht Emo allin, ich calle recht flott mit :As: :Ks: , er zeigt :Kc: :5d: und trifft nichts ausser später Freunde im Cash Game.

Dann werden meine Tische relativ regelmässig aufgelöst, kein Grund also am Image zu feilen, mit einigen Karten und guten Spots gehts ohne viele Showdowns dahin. Dann komme ich auf Tisch 1, der wird wohl nicht aufgelöst werden. Und es sind auch nur mehr 54 Spieler. Quasi jeder Zweite im Geld. Und ich bin kartentot. Stundenlang. Also wieder tightes Image. Strategie? Warten auf schwule Raises, und dann mit saftigem Reraise bis allin den Pot klarmachen. Oder Blinds stehlen. :Kx: :Qx: oder :Ax: :8x: muss da oft reichen, tut es auch und so bleibe ich immer knapp im oder unterm Chip-Average. Oft würde ich einem aktiven Spieler gern ein Reraise an den Kopf knallen, aber :8x: :3x: , :Qx: :2x: und weiteres erlauben das nicht wirklich. Bis in einer Hand zwei Spieler an einem und ein weiterer an einem anderen Tisch ausscheiden und die Bubble geplatzt ist. Uhrzeit 0315.

Links von mir leider weiter zwei junge Spieler, die recht aktiv sind mit ihren grossen Stacks. Der Oberchecker mit Sonnenbrille, Ipod (lol Mac) und PokerStars-Feuerzeug (für mehr haben die FPP nicht gereicht?) gibt fast alle Chips an andere ab, kommt aber wieder zurück. Der andere hat sich um viele FPPs oder Euro ein Pelzjäckchen für seine Freundin organisiert. Für mich gibts viel Zurückhaltung, einen Insta-Call eines Shortstacks dessen :Ac: :Kh: meine :6d: :6c: nicht überholen.
Generell ist mein Spiel tight, aber entschlossen. Das würdigen fast alle. Der Average ist meist etwas über 10 BBs, ich bin also etwas optionsarm, aber ob Allinpushes oder normale Raises, es wirkt. Pocket Pairs lassen sich weiter nicht blicken, dafür recht oft :Ax: :8x: . In später Position gut genug. Ab und zu verteidige ich (als einziger) einen Blind, wenn einer der beiden aktiven Spieler zu meiner Linken auf ~2,2 BBs raist. Mit dem Ziel mit dem kleinsten Treffer die C-Bet mit einem Allin zu würdigen. Aber dreimal komplett daneben. Dann denke ich wenn ich das nächste Mal ohne Treffer am Flop raise müsste es auch für einen Fold reichen, aber :Jd: :9h: auf einem :As: :Kc: :5x: Flop ist mir dann doch zu riskant.

Dann sitze ich mit 60k in Chips da, vor mir einer der eine Achterbahnfahrt mit seinen Chips hingelegt hat, geht mit etwas mehr wieder mal allin, ich calle schnell mit :5d: :5c: . Er zeigt eine :Qs: und… eine :4c: . 70% für mich aber :4x: am Flop und :4x: am River und ich bin als 21. mit 404 Euro Preisgeld draussen. Kein Fehler aber auch kein Glück in dieser Hand. Ein Sieg hätte mich über das Average befördert und ich hätte wohl noch 6-8 Shortstacks überleben können. Womit der Finaltisch nahe gewesen wäre. Sollte nicht sein. Also Geld abholen, Red Bull zwicken und ab ins Taxi dass mich um Uhrzeit 0445 nach Hause bringt.

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8. Januar 2010

Your Worst Poker Enemy – Alan Schoonmaker

Gschichtln über Poker gibt es auch in Buchform ja genug, Poker Strategie auch. Alan N. Schoonmaker geht über diese beiden hinaus. In Your Worst Poker Enemy: Master the Mental Game macht er sich seine Pokererfahrungen und seine Berufserfahrungen als Psychologe zunutze. Und lässt uns daran teilhaben.

Your worst poker enemy, dein schlimmster Poker Feind. Wer soll das sein? Natürlich du selbst. Also beschäftigt sich Schoonmaker mit den eigenen Fehlern. Der bekannteste darunter natürlich Tilt. Doch nicht nur das. Spielfehler, Aberglaube, Machismo. All das kann dich daran hindern mehr Geld zu gewinnen. Der Analyse des eigenen Spiels wird auch viel Platz gewidmet: Wie erkenne ich ob ich logisch oder emotionell handle? Welche Emotionen beeinflussen mich, wie bekomme ich sie in den Griff? Wie verändere ich mich und mein Spiel wenn ich länger verliere?

Meine liebsten Kapitel sind die Darwin-Kapitel. Was wären wir ohne Darwin? Was wäre Poker ohne Evolution? Und wie sollen wir uns auf die noch kommende Pokerentwicklung einstellen?
Neben viel Promotion seiner eigenen Bücher und etwas Wiederholung kommt doch sehr viel brauchbares zu Tage, auch ohne seinen oft erwähnten Tips in Foren, Diskussionsgruppen und ähnlichem teilzunehmen. Oder sich einen Pokercoach zu nehmen. Und sei es ein pokerspielender Freund der sich dein Spiel ansieht. Dir sagt wenn du auf Tilt bist. Oder wieso du gerade Fehler machst.

Ich bin gespannt was die nächsten Teile der Buchreihe bringen werden, bis dahin kann ich euch Your Worst Poker Enemy: Master the Mental Game empfehlen. Wenn ihr mit einigem Ernst bei der Sache seid. Oder sein wollt.

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3. Januar 2010

Lotto auf win2day.at

Diesmal ein kurzer Bericht über Poker, nein Lotto, auf win2day.at. Wieso Lotto und nicht Poker? Nun, weil das mit Poker nichts mehr zu tun hat. Nehmen wir mal ditschki1. Wir spielen ein Headsup um lächerliche zwei Euro. Er braucht ein As um sich chipmässig zu erholfen, er hat also am Flop drei Outs plus ein paar Runner-Runner Möglichkeiten zu einer Strasse. Gewinnchance 15%. Das As kommt. Was macht er nach dem Spiel? Er sagt zu mir

“lern mal richtig pokern”

Richtig, lern mal mit 85% Gewinnchance zu gewinnen. Oder was? Was will so ein Lottospieler-Kasperl von mir? Ich versteh es nicht. Ich wäre euch über Hinweise sehr dankbar.

ditschki1, du bist

  • ein Kasperl
  • ein Lottospieler
  • ein Lucker der 15% braucht um immer noch weniger Chips zu haben als ich

ditschki1, du bist nicht

  • ein Pokerspieler
  • ein Pokercoach

Also halt die Fresse. Erfreu dich an den 15%. Aber halt die Fresse.

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