Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone

Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher BooneSupergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone ist ein weiterer Beweis, dass auf Deutsch übersetzte Titel nichts können. Nicht bei Filmen, nicht bei Büchern. Supergute Tage, was soll man sich darunter schon vorstellen? Auf Englisch dagegen hält sich der Titel seit Monaten in den Bestsellerlisten: The Curious Incident of the Dog in the Night-Time. Was für ein Klang. Welche Spannung. Ein Hund? In der Nacht? Und da ist was Seltsames passiert? Ja was denn? Aber nein, supergute Tage, gähn.

Christopher Boone hat das Asperger-Syndrom, eine leichtere Form des Autismus, mag keine Fremden dafür Mathematik. Er geht in eine Sonderschule und schreibt ein Buch über ebendiesen seltsamen Vorfall mit dem Nachbarshund. Der Autor Mark Haddon schreibt sehr glaubwürdig als fünfzehnjähriger, schüchterner Bub der einiges durchmacht. Keine hohe Literatur aber sehr lesenswert und strengt auch am sonnenbeheizten Sandstrand nicht zu sehr an.

Spannender ist vielleicht die Frage, wieso mir meine Schwester dieses Buch schenkt. Okay, ich rede auch nicht gern, habe ein leicht zwanghaftes Verhalten was Zahlen angeht aber das wars auch schon an Ähnlichkeiten mit dem Hauptdarsteller. Oder etwa nicht???

Sonntagsturnier im CCC

Vor einiger Zeit begab ich mich wieder einmal ins Concord Card Casino. Das Sonntagsturnier war angesagt, ein Freezeout mit einem moderaten Buyin von 20+4 Euro. Über 200 Teilnehmer starteten mit 3.000 in Chips und die Blindlevel dauerten jeweils zwanzig Minuten.

Es ging recht langsam los, was einerseits an schlechten Händen lag als auch an Spielern, die sehr schnell verdoppeln oder zurück zum Cashgame wollten. Oder sie hatten einfach wenig Plan. Also war Zurückhaltung angesagt, mit wenigen Steals und guten Händen konnte ich meinen Stack immer so um die 3.000 Chips halten.

Dann kamen die Antes ins Spiel… und bessere Karten. Für den Spieler zu meiner Rechten. Ein Raise auf knappe unter 1.000, mit 33 wie ich nachher erfahre, ich erblicke AJ und stelle alles rein. Fold, fold, fold zurück zum Raiser der dank meines tighten Images und seiner doch nicht so starken Hand auch recht rasch foldet. Nächste Hand derselbe Spieler raist wieder, diesmal mit 77. Ich finde AK und alle meine Chips wandern in die Mitte. Es folgt etwas Gelächter und blöde Sprüche vom recht freundlichen und unterhaltsamen Tisch: „Ich glaub er mag dich nicht.“ Fast schon etwas peinlich… doch, es wird noch besser: die dritte Hand in Folge findet mein rechter Sitznachbar eine Hand zum Erhöhen, tut dies und ich? Ich gehe unter Gebrülle wieder all-in und wieder foldet er, diesmal bin ich so nett und zeige ihm mein KK.

Und mein Stack hat sich in drei Händen ohne Showdown mehr als verdreifacht, auf knappe 10.000. Von da an geht es relativ unspektakulär weiter. Einige Steals, einige Bad Beats kurz vor dem Final Table: ein Shortstack mit 33 gewinnt gegen mein AK, kurz darauf derselbe Spieler zeigt AQ und ich AK, und zwei Damen gesellen sich gleich am Flop dazu, mit KK verliere ich wieder gegen AQ. Die Zuschauer, auch Railbirds genannt, können mitfühlen, mir ist es relativ egal, ich komme halt nur mit durchschnittlichem Chipstack an den Finaltisch anstatt mit einem der grössten Stacks.

Am Finaltisch angekommen merkt man dass die Spieler jetzt ruhiger geworden sind. Wenig Action. Die Blinds sind bei 6k/12k mit 1k Ante angelangt, der Spieler zu meiner Rechten hat etwas weniger Chips als ich, und geht vor mir all-in. Ich finde JJ und pushe ohne viel zu überlegen ebenfalls all-in. Ich spiele gegen QQ und habe wieder mal kein Glück. Zwei Hände später calle ich im BB mit lediglich 2BBs all-in und auch hier kein Suckout für mich. Damit war ich draussen, auf Platz 8 und 168 Euro reicher.

Im Nachhinein war das All-in mit JJ nicht gut gespielt, der Tisch war sehr abwartend und wieso hätte ein Spieler mit mittlerem Stack in früher Position mit etwas schlechterem als QQ+ oder AK all-in spielen sollen? Damit war ich weit hinter seiner Range und maximal wäre es ein Coinflip gewesen. Den ich bei meinem Showdown-Glück an dem Abend aus dem Weg gehen hätte müssen. Da wäre mehr drin gewesen. Aber vielleicht klappt’s ja an einem der nächsten Sonntage.

The Big U – Neal Stephenson

The Big U - Neal StephensonNeal Stephenson gehört ganz sicher zu meinen Lieblingsautoren, dank seiner wunderbaren Schreibweise und seinen wundersam verquirksten und verbundenen Geschichten. The Big U ist eines seiner ersten Werke, man erkennt schon die Grundzüge des Stils der zum Beispiel Cryptonomicon und The Baroque Cycle auszeichnen. Jedoch wirken manche Passagen noch etwas unklar, was auch daran liegen mag, dass die Story 1984 spielt und er LSD-Räusche beschreibt.

1984, LSD und der Buchtitel: ja, es handelt nicht nur in sondern von einer Universität und den Bewohnern des dazugehörigen Megaplexes. Was recht harmlos mit Kampf-Beschallung anfängt, nimmt bald bizarre Züge an und schon nähert sich in klassischer Stephenson-Manier die Erzählung von mehreren Seiten dem Höhepunkt.

Mehr will ich nicht verraten, aber es wird euch schon gefallen. Vertraut mir.