Side Jobs – The Dresden Files

Side Jobs - Stories from The Dresden FilesWoran erkennt man einen erfolgreichen Schriftsteller? Nicht nur an den Verkaufszahlen. Diese dürften sehr gut sein bei Jim Butchers Serie The Dresden Files. Aber nicht nur das, die Serie und allen voran der Hauptcharakter Harry Dresden ist so beliebt, dass Butcher eingeladen wurde, bei einigen Anthologien mitzuwirken. Und so kommt Harry Dresden zu einigen Nebenjobs. In Side Jobs.

Eine Anthologie ist eine Sammlung an Kurzgeschichten verschiedener Autoren zu einem bestimmten Thema. Fantasy darf es natürlich immer sein, aber ansonsten schreckt Jim Butcher vor nichts zurück. Es beginnt mit der Geburtsstunde von Harry Dresden, als dieser ein Mädchen vor einem Troll rettet. Wie ein heldenhafter Prinz aus einem Märchen erscheint er aber dabei auch nicht. Weitere Geschichten gibt es dann zu Themen wie My Big Fat Supernatural Wedding, Mean Streets oder, einer meiner Favoriten, Strange Brew.

In Side Jobs sieht man sehr schön, wie sich Jim Butchers Schreibstil verändert, verbessert und verfeinert. Man sollte jedoch nie Geschichten lesen, die zeitlich nach dem Punkt liegen, an dem man bei der Hauptserie gerade ist. Das als kleine Warnung. Ansonsten gibt es zuviele Spoiler. Und dazu ist The Dresden Files zu grandios und witzig, um sich das wegen einer Kurzgeschichte zu versauen. Wer darauf aufpasst, erhält eine schöne Sammlung an Geschichten rund um unseren liebsten Magier Chicagos.

Juan of the Dead

Wenn sie mich fragen, woher ich bin, dann sage ich Kuba.
Wenn sie mich fragen, wo ist Kuba, dann sage ich eine kleine sozialistische Insel in der Karibik.
Wenn sie mich fragen, was ist Sozialismus, dann sage ich ein Gesellschaftssystem, das vor fünfzig Jahren von Fidel Castro installiert wurde.
Wenn sie mich fragen, wer ist Fidel Castro, dann bleibe ich für immer dort.

Juan of the DeadNiemand will in einem Land leben, in dem etwas offensichtliches passiert, das Staatsfernsehen aber dennoch nur lügt und über den politischen Gegner schimpft. Und nein, ich meine damit jetzt nicht Österreich, sondern Kuba. Ausser Juan. Der ist zufrieden, wenn er auf seinem Floss herumgurkt, dann Rum trinkt und die Nachbarin vögelt. Als er dann eines Tages einen Zombie aus dem Wasser fischt, wird er kreativ: zusammen mit Freunden verdingt er sich als Zombie-Killer. Ihr Werbespruch: Juan of the Dead. We kill your loved ones.“

Über Mangel an Arbeit können sie sich nicht beschweren, während im Hintergrund der Staatssender immer noch von Dissidenten spricht, die von den USA gesponsert werden. Mit Harpune, Machete und Paddel bewaffnet befreien sie Mitbürger von den Untoten.

Angelehnt an die Klassiker Dawn of the Dead und Shaun Of The Dead ist es ebenso ein Zombiefilm: eine andere Art der Revolution. Ich liebe Zombiefilme: vor allem wenn sie so schräg sind wie diese kubanische Produktion.

Das Erbe des Bierzauberers

Das Erbe des BierzauberersEinige Jahre nach den Ereignissen in Der Bierzauberer, aber immer noch im finsteren Mittelalter, spielt Das Erbe des Bierzauberers: es reicht dem Kaiser mit saurem Wein und schlechtem Bier. Georg, ein Findelkind und Brauer, kommt an den kaiserlichen Hof in Wiener Neustadt, und der Kaiser ist begeistert von seinem Bier.

Bier ist gesund. Aber nicht jedes, denn viele Brauherren sind schlampig oder werfen untaugliches Zeug in ihr Bier. All das soll Georg im Auftrag des Kaisers untersuchen und so für gutes, gesundes Bier im ganzen Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation sorgen. So findet sich der Ursprung einiger Regeln, allen voran dem Reinheitsgebot. Dann stolpert er über einige mysteriöse Todesfälle, allesamt Brauer betreffend. Und das lässt ihm keine Ruhe…

Das Erbe des Bierzauberers ist ein historischer Roman, hat also nicht nur Spannung zu bieten, sondern auch einiges an historischem Wissen. Und Wissen über Bier. Letzterem, also dem Wissen über Bier, sollte man nicht abgeneigt sein, sonst ziehen sich diese Passagen für den Leser zu oft und zu uninteressant hin. Das kann man aber dem Autor mit Sicherheit nicht vorwerfen: wer an bierlichem Wissen nicht interessiert ist, sollte sich Bücher mit anderen Titeln zulegen. Dem geneigten Leser jedoch empfehle ich einen Besuch in der Brauerei des Autors Günther Thömmes: dort gibt es immer schmackhaftes Bier und auch mal ein Autogramm ins Buch.