Cobweb – Neal Stephenson

Cobweb benennt eine Taktik, politische Widersacher mit Arbeit einzudecken um sie somit aus dem Spiel zu nehmen. Mit Arbeit ist hierbei natürlich sinnloses wie Meetings gemeint. Spielen tut der gleichnamige Roman zur Zeit des ersten Golfkriegs. Damals dürfte es noch kein Bullshit Bingo gegeben haben.

Wieder mal verknüpft Neal Stephenson, einer meiner Lieblingsautoren, kunstvoll mehrere Handlungsstränge. Auf der einen Seite Deputy Sheriff Clyde Banks, der einerseits als Sheriff kandidiert, andererseits über seltsame Vorgänge an der lokalen Universität stolpert. Auf der anderen Seite Betsy Vandeventer, eine junge Analystin bei der Central Intelligence Agency (CIA), die ihre Aufgaben über-erfüllt und auf nicht widmungsgemässe Verwendung von Fördergeldern im Irak hinweist. Dann greift Saddam Hussein Kuwait an und schon finden sich beide zwar inmitten der USA aber doch dem Golfkrieg sehr nahe wieder.

Mit nur geringem Rückblick (das Buch wurde bereits 1997 veröffentlicht) behandelt Stephenson ein sensitives Thema, die US-Regierung sieht von innen nicht sehr effizient aus, die Politik wird getragen von nicht gewählten Personen, und auch CIA, FBI und NSA kommen nicht gut weg. Dennoch ist es kein krankhaftes Schlechtmachen oder Lustigmachen wie es viele Kritiker bei uns angehen würden, sondern eine stilvoll vorgetragene Geschichte.

Damit fehlt mir nur mehr ein Stephenson, dann habe ich sein Gesamtwerk durch. Du solltest auch mehr von ihm lesen, und er sollte mehr und schneller schreiben.

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