Commonwealth – Joey Goebel

Commonwealth – Joey Goebel

Commonwealth – Joey GoebelCommonwealth. Was für ein Wort! Doch halt, bevor wir uns an umfangreiche Territorien gewöhnen, das Buch von Joey Goebel hat damit nichts zu tun. Es spielt sich in einem kleinen Bezirk in den USA namens Commonwealth County folgendes ab: Blue Gene, der jüngere Sohn einer der reichsten Familien der Vereinigten Staaten will seine Erbschaft nicht. Er lebt in einem Trailer, hat eine Gnackmattn, einen miesen Job. Er ist ein Redneck. Und ganz zufrieden so.

Doch sein älterer Bruder will in den Senat gewählt werden. Also kommt es wieder zu Gesprächen zwischen dem schwarzen Schaf und dem Rest der Familie. Nun muss ich kurz abschweifen: wieso bekomme ich von meiner Familie Bücher über semi-autistische Kinder mit Zahlenticks oder schwarze Schafe der Familie? Ich weiss es nicht…

Nun gut, Joey Goebel beschreibt sehr schön und humorvoll den Unterschied zwischen der „einfachen“ Bevölkerung und dem Geldadel. Doch wie sein Foto auf der Rückseite (Abschweifer #2) zeigt, ist er ein kleiner skeptischer Mensch der viel zu gut ist für diese Welt. Eine Punkrock-Göre mit kommunistischen Tendenzen und (Überraschung!) abgeschlossenem Politikwissenschaftsstudium überzeugt Blue Gene von der Böshaftigkeit des Kapitalismus und seiner Familie im Speziellen. Dass sie im Laufe des Textes ihre kommunistischen Propagandalügen selber revidiert, ist typisch für totalitäre Regime wie den Kommunismus und also nicht überraschend. Ist das obere ein Prozent der Bevölkerung am Anfang noch im Besitz von 90% des Geldes, sind es gegen Ende in einer öffentlichen Rede nur mehr 38%. Sehr schön. Nebenbei noch kommunistische Vereine mit lustigen Abkürzungen belegen um von der Ernsthaftigkeit des Themas abzulenken erinnert mich an österreichische Studentenpolitik. NAIL klingt ja lustig aber nicht wenn es für Neo-Anti-Imperialist-League steht.

Denn diese wird im Verlauf der Story begründet und nachdem sich die Punkrockerin zweimal selber aufdrängt wird sie natürlich die Chefin und Gegenkandidatin zu Blue Genes Bruder. Als Chef lebt es sich ja auch im Kommunismus ganz gut.

Da ich nicht so bin, habe ich das Buch fertig gelesen, zuerst ist es ja ganz witzig, am Ende eher traurig. Aber diese kommunistischen Anwandlungen dazwischen sind einfach nur zum Kotzen. Wer sich von Lügen und Raunzereien einwickeln lässt, sollte die Hände davon lassen, wer ein eigenes Hirn besitzt und nicht darauf reinfällt, der sich Commonwealth mal ansehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *