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Rising Sun Victorious

Rising Sun Victorious – Wie Japan beinahe den Krieg gewann. Nun: beinahe. Peter G. Tsouras präsentiert uns zehn alternative Historien zum zweiten Weltkrieg… und in keiner davon gewinnt Japan. Etwas enttäuschend. Okay, Japan verliert nicht immer haushoch und manchmal kommt es zu einem früheren Frieden wobei grosse Teile des japanischen Imperiums intakt bleiben. Aber keiner der zehn Autoren konnte sich dazu aufraffen, die USA verlieren zu lassen. Die Sowjetunion schon eher. Aber den Kampfeswillen und die industrielle Macht der USA zu brechen erscheint denkunmöglich.

Alternate History ist schon spannend. Von möglichst kleinen Änderungen ausgehend wird untersucht, wie sich die Geschichte entwickelt hätte. In den meisten Fällen wird das grosse Ganze nicht nachhaltig beeinflusst. Die Änderungen sind also temporär und irgendwie würde sich alles wieder einrenken.
Das wird hier sehr deutlich gemacht, da Japan nur in zwei Szenarien wirklich etwas herausholen kann.

Peter G. Tsouras ist ein pensionierter US-Militär irgendwas. Die Biographien der Autoren lesen sich da alle ziemlich gleich. Da sich aber zehn Szenarien den Platz teilen müssen, wird der Mitteilungsdrang in Grenzen gehalten. Jeweils ca. 30 Seiten hat der Autor Platz, um seine Geschichte zu entfalten. Das tun sie sehr überzeugend, und vor allem wenn man nicht mit den Details der vielen Seeschlachten vertraut ist, wird man ein ums andere Mal überrascht. Auch von der Realität, die am Ende jedes Kapitels gegenübergestellt wird. So macht Geschichte Lernen Spass.

Rising Sun Victorious: An Alternate History of the Pacific War ist auch auf Amazon.de erhältlich.

What If? – Robert Cowley

What If? Military Historians Imagine What Might Have BeenWhat If? Was wäre, wenn? Diese Frage beschäftigt in diesem Buch 20+ Historiker. Über 3.000 Jahre Menschheitsgeschichte von Xerxes bis Chiang Kai-Shek liefern den Hintergrund für spannende Gedanken. Immer startet es mit militärischen Entscheidungen, und wie diese anders hätten ausgehen können. Oftmals ist nur das Wetter schuld, dann mal Zentimeter oder Millisekunden oder auch eine Meinungsänderung bei den kriegsführenden Parteien.

Immer jedoch lernen wir, wie knapp wir an einer vollkommen anderen Gegenwart waren. Oder auch nicht. Denn manche führen an, dass die Geschichte zwar einen kleinen Umweg genommen hätte, das Gesamtresultat aber mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder dasselbe gewesen wäre. Das nennt sich dann second-order counterfactual.

Leider beschäftigen sich die meisten Artikel fast nur damit, wo es knapp war, also wo eine Entscheidung leicht anders hätte fallen können. Etwas Nachbeschau auf mögliche zukünftige Entwicklungen findet man nicht immer. Bei einigen kommt nur der Hinweis auf das second-order counterfactual. Spannend ist es allemal. Gibt es auch bei Amazon.de.

Fatherland – Robert Harris

Das Cover links täuscht etwas: meine Ausgabe ist in glänzendem Gold. Und das ist noch nicht das Beste am Buch. Fatherland spielt im Jahre 1964 in Berlin. In einem Berlin, wo Hitler den Krieg gewonnen hat. Es ist eine sehr witzige Idee, das Setting so ungewöhnlich anzusetzen. Der Rest ist ein klassischer Kriminalroman, der nicht umsonst zu einem Bestseller geworden ist.

Ein SS-Sturmbannführer der Kriminalpolizei wird gerufen eine Leiche zu untersuchen die an einem Seeufer angespült wurde. Fängt harmlos an. Geht sehr spannend weiter. So spannend dass man es sehr schnell durchgelesen hat.

Zahlreiche Fakten sind wahr, Harris war Journalist bei BBC und anderen und kennt sich durchaus gut aus. Auch seine anderen Romane sind ähnlich gestrickt, und wahrscheinlich auch lesenswert, aber leider habe ich zur Zeit noch fast einen Laufmeter Lesestoff vor mir. Aber Fatherland war die Zeit auf jeden Fall wert.