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Kleine Helden

Kleine HeldenDie Kleinen Helden existieren seit weniger als 250 Cartoons. Und dennoch haben sie viel erreicht: zahlreiche Fans, und sogar ein eigenes Kartenspiel.

Die Kleinen Helden entspringen der Feder von Laura Balzer – und einer Fantasy-Umgebung: wie es sich für ein Rollenspiel gehört. Ob goldgieriger Zwerg, schlauer Magier, kräftiger Barbar oder natur-verliebter Elf: eines haben sie alle gemein: die Haupteigenschaft, dem Meister auf den Nerv zu gehen.

Die Zeichnungen sind auf den Punkt gebracht, und wer sie nicht verstehen mag, weil er gerade selber im Visier des zeitweise trockenen Humors ist oder zuwenig Punkte auf Klugheit verwendet hat, dem helft die Autorin nach: …denn auch das gehört zum Rollenspiel.

Euch sollte klar sein, dass ich mich begeistern kann für diese Comics zum Thema Rollenspiel, spätestens seit meinen Empfehlungen für Order of the Stick oder 8-Bit Theater. Haben euch diese beiden gefallen, solltet ihr euch Kleine Helden auch nicht entgehen lassen; mir taugt’s.

anti-HEROES

anti-HEROES ist ein Spin-Off des Web-Comics Order Of The Stick, welches ich euch letzte Woche präsentiert habe. Eigentlich ist es eine Schande dass ich euch OOTS über 700 Strips lange vorenthalten habe. Auch anti-Heroes hat bereits über 200. Aber hier habe ich eine sehr gute Ausrede, denn ich habe es selbst erst letzte Woche entdeckt.

Jordan Quigley hat zuerst in den Kommentaren von OOTS seine Comics veröffentlicht. Mit echten Helden im Zeichenstil des Originals. Seine Zeichungen und Erzählungen kamen – auch bei ihm – besser an als seine Helden. Also machte er sich daran, Anti-Helden zu erschaffen: als Anführer einen mysteriösen Necromancer, einen Vampir mit Levels in Rogue und Wizard, einen Tiefling also einen Halb-Mensch / Halb-Dämon sowie einen unterbelichteten Geister-Illusionisten.

Die Zusammensetzung erinnert also etwas an die Original-Truppe. Ich bin noch nicht allzuweit gekommen, aber die Geschichte entwickelt sich schön langsam zu einem ebenso gigantischen und humorgefüllten Erfolg. Das einzig Ärgerliche ist die Wartezeit zwischen den Strips. Aber lesen sollte man es.

Order Of The Stick

Order Of The StickComics haben schon lange den Schritt von Print-Zeitungen ins Internet gewagt und geschafft und das ist gut so. Eine breite Lesermasse mit diversesten Interessensgebieten bietet Platz für viele neue Comics. Und mehr Platz und Farbe als jeden Tag drei kleine Bilderchen in Schwarz-Weiss. Eines davon fände beim durchschnittlichen Zeitungsleser auch wenig Anklang: Order Of The Stick handelt von einer Gruppe Rollenspiel-Charaktere.

Es ist eine bunt zusammengewürfelte Gruppe, aber dann auch wieder typisch für eine Rollenspielgruppe wird jeder Einsatzbereich abgedeckt: ein Kämpfer als Anführer, ein Dieb, ein Ranger, ein Barde und ein Magier kämpfen sich durch externe und interne Konflikte. Ihnen gegenüber stehen Bösewichte in Form vieler kleiner grüner Goblins die nicht viel mehr als Kanonenfutter darstellen bis hin zu deutlich mächtigeren Untoten und anderen Monstern.

Rollenspiele wie Dungeons & Dragons sind nicht unbedingt mehrheitstauglich, erfreuen sich dafür umso fanatischerer Anhänger. Dass diese nicht nur nerdy sondern auch kreativ sind, beweist Rich Burlew mit seiner simplistischen Art zu Zeichnen. Dafür kann er umso besser Geschichten erzählen. Mit viel Humor. Einiges daraus ergibt sich aus der Tatsache dass die Rollenspiel-Charaktere sich bewusst sind, dass sie in einem Rollenspiel sind. So werden viele Geschehnisse auf Würfelglück oder -pech zurückgeführt. Aber es werden auch Regeln gebogen wenn es gerade nicht anders geht. Oder es Spass macht oder den Dungeon Master an den Rande der Verzweiflung bringt.

Diese Sichtweise macht den Comic einzigartig (beinahe, doch dazu komme ich in nächster Zeit schon noch). Die oft langen Handlungsstränge füllen mittlerweile ein beachtliches Archiv und dem geneigten Leser würde ich sehr den Einstieg mit dem ersten Strip New Edition empfehlen.