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Book Haul Vindragona 2014

Wenn sich drei grosse bekannte Buchhandlungen im ersten Wiener Bezirk zusammentun, dann kommen die Autoren. In diesem Fall Fantasy-Autoren, zur Vindragona 2014. Der erste Anlauf für ein Wiener Fantasyfestival fand am 24. Mai statt.

Die Chance kann man sich als Fantasyleser und angehender Buchliebhaber nicht entgehen lassen.

Zu Beginn gab es neunzig Minuten guter Unterhaltung mit Lisa Kuppler, die an den Übersetzungen des Hobbits und des Herrn der Ringe mitgearbeitet hat. Zu Beginn referierte sie über die ersten Übersetzungen ins Deutsche, wo schon mal Orc mit Kobold übersetzt wurde. Gefüllt mit Anekdoten ging es bis zu den letzten Kontroversen um die Übersetzung im Zuge der Film-Reihe, wo Master mit Chef übersetzt wurde. Das war dann doch nicht so stimmig, und so hat sie daran gearbeitet, Chef wieder durch Herr oder Meister zu ersetzen oder auch das ein oder andere Mal Master zu belassen.
Die Zeit war hier recht schnell vorbei, sie hätte gut und gerne noch mehr Beispiele bringen können.

The Peculiar Widmung PreviewDann gab es eine Lesung mit Stefan Bachmann aus seinem Debütroman Die Seltsamen, mit dem er die US-Bestsellerlisten stürmte: als gerade mal Achtzehnjähriger. Er hat während der Veranstaltung immer mehr ins Deutsch-Sprechen reingefunden, aber für eine echte Lesung war er im Stimmfall zu monoton. Das nächste Mal sollte er lieber aus dem Original auf Englisch lesen. Dennoch ein sehr netter Typ, und so habe ich zugeschlagen und mir den Roman auf Englisch zugelegt, und ihn dann natürlich gleich mal signieren lassen.

Die Dunkle Horde Widmung PreviewDann kam ein Teil eines Workshops für angehende Fantasyautoren. Leider wurde nur das Schema F vorgestellt, mit leichtesten Variationen. Das konnte man dann schnell verlassen und sich einer kurzen knackigen Lesung von Christoph Hardebusch widmen. Die dunkle Horde widmet sich Trollen, und auch hier musste ich zuschlagen und mir das Buch signieren lassen. Und wie es sich gehört, wenn sich mehrere Christophs treffen, freut man sich, die Widmung spiegelt das auch von seiner Seite wieder. Hardebusch reiht sich damit gleich mal locker unter die Top Drei meiner liebsten Widmungen.

Der Headliner am Abend war der wohlbekannte Wolfgang Hohlbein, den habe ich mir aber entgehen lassen.

Das Programm war noch etwas verwirrend und überschneidend. Es war nicht klar, wie lange die einzelnen Veranstaltungen angesetzt waren. Das hat es erscwert, einen guten durchgehenden Plan zu erstellen. Auch wenn man gerade mal zehn Minuten geht von einer Buchhandlung zur nächsten, diese zehn Minuten waren oft zuviel, und man verpasste den Start der nächsten Lesung.

Die Vindragona wird auch nächstes Jahr wieder stattfinden, ich werde wohl wieder dabei sein und freue mich schon darauf und erwarte mit Spannung, wen sie diesmal auftreiben werden.

Der Clan der Klauen – Jo Walton

Clan der KlauenDer Held einer Fantasygeschichte muss nicht immer ein Mensch sein. Aber auch nicht unbedingt ein Hobbit, ein Elf oder ein Zwerg. Es kann auch mal ein Drache sein. So in Jo Waltons Der Clan der Klauen.

Eine Drachenfamilie steht im Mittelpunkt, als es nach einem Erbschaftsstreit – wer darf den Körper des Vaters auffressen? – zu gröberen Unstimmigkeiten kommt. Korrupte Beamte, ein Rechtsstreit, beinahe erzwungene Ehen… im Reich der Drachen ist viel los, man verfolgt die Familienmitglieder auf ihren Wegen, die so oft auch Abwege sind. Nicht nur die Verstorbenen werden gefressen, sondern auch der schwächliche Nachwuchs. Das mag für manche unsympathisch sein, aber es bildet die Grundlage für den ganzen Roman. Es klingt auch wesentlich blutrünstiger, als es dann im Buch rüberkommt. Es ist durchaus auch für Jugendliche geeignet, auch und vor allem da das Ende doch zu gut, zu romantisch, zu märchenhaft ist.

Tales of Dunk & Egg – George R. R. Martin

George R. R. Martin ist ein guter Schriftsteller. Aber kein schneller. Und das macht nicht nur mich ein wenig unrund.

The Hedge Knight - CoverIn Tales of Dunk and Egg liefert er uns drei Kurzgeschichten aus Westeros, die ungefähr hundert Jahre vor den Geschehnissen in A Song of Ice and Fire (aka Game of Thrones) stattfinden. Sie handeln von Dunk, einem einfachen Jungen vom Land, der sich einem Heckenritter anschliesst. Als dieser stirbt, nimmt er Schwert und Pferd an sich, und behauptet, von diesem zum Ritter geschlagen worden zu sein.

Dann trifft er auf Egg, der so heisst, weil sein glatzerter Kopf einem Ei ähnelt. Auch dieser täuscht eine andere Persönlichkeit vor… und so erleben die beiden haarsträubende Abenteuer. Der Humor kommt nicht zu kurz, man wird gut unterhalten, und so vertreiben einem die Kurzgeschichten die Zeit. Bis die nächste Staffel der Fernsehserie vor der Tür steht… oder dann sogar mal das nächste Buch.

Eine weitere Rezension des Buches findet ihr bei der Science Fiction & Fantasy Review am Standard, die mir im Verhältnis zur Anzahl der rezensierten Werke zwar wenige aber doch gute Empfehlungen geliefert hat. Man sollte immer das Fazit am Ende lesen: vor einigen Fehlschlägen wird nämlich erst hier gewarnt…

Auf deutsch heisst das Ganze dann Der Heckenritter von Westeros: Das Urteil der Sieben. Naja… gar nicht mal so schlecht, für Übersetzer.