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Wilde Schafsjagd – Haruki Murakami

Im Schlaf sah ich eine Kuh. Eine ziemlich schmucke Kuh, der man gleichwohl ansah, dass sie sich hatte abplacken müssen. Wir gingen auf einer breiten Brücke aneinander vorbei. Es war ein angenehmer Frühlingsmittag. Die Kuh trug in einer Hand einen alten Ventilator und fragte mich, ob ich ihn ihr nicht billig abkaufen wolle. Ich hab kein Geld, sagte ich. Ich hatte wirklich keins. Ich tausch ihn auch gegen eine Zange, sagte die Kuh. Kein schlechtes Geschäft. Ich ging mit der Kuh nach Hause und suchte verzweifelt nach einer Zange, fand aber keine.

Wilde Schafsjagd - Haruki MurakamiEin denkwürdiges Zitat aus Wilde Schafsjagd. Aber auch irreführend, denn es geht um ein Schaf. Ein Schaf mit übernatürlichen Kräften. Schon nach wenigen Seiten kann man erkennen, wie es Haruki Murakami zu grosser Beliebtheit gebracht hat.

Eine ungewöhnliche Handlung und auch die Bilder die Murakami zeichnet sind mit anderen Romanen schwer vergleichbar. Aber Wilde Schafsjagd ist sehr angenehm zu lesen, und man fliegt von Seite zu Seite. Ist der Erzähler oder Murakami selbst von grundlegendem Humor gekennzeichnet? Ich weiss es nicht, aber ich kann es kaum erwarten, mehr zu erfahren.

Und dann warten noch einige Bücher auf mich, darunter zwei weitere von Murakami. Seid gespannt und schaut wieder mal vorbei.

Improbable – Adam Fawer

Improbable. Unwahrscheinlich. So erscheint einem vieles im Leben. Aber für David Caine, den jeder nur Caine nennt, ist es tatsächlich so. Schon zu Beginn als er beim Poker über zehntausend Dollar setzt mit vier Assen. Das ist ungefähr zehnmal soviel Geld als er hat. Und damit beginnt ein Wirbelwind an unwahrscheinlichen Begebenheiten.

Um nicht zuviel vorwegzunehmen, belassen wir es dabei dass es spannend ist auch wenn unwahrscheinlich nicht immer unvorhersehbar ist. Adam Fawer nimmt in vielen Dialogen die wissenschaftlichen Grundlagen auf damit auch jeder versteht was passiert. Das ist etwas langatmig und überflüssig aber das Buch bleibt lesenswert. Auch das holographische Cover ist witzig, gibt’s aber (wieder mal) nur bei der englischen Ausgabe. Die deutsche ist fad übersetzt (Null), und mit fadem Cover versehen. Gönnt euch die englische Version.

Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone

Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher BooneSupergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone ist ein weiterer Beweis, dass auf Deutsch übersetzte Titel nichts können. Nicht bei Filmen, nicht bei Büchern. Supergute Tage, was soll man sich darunter schon vorstellen? Auf Englisch dagegen hält sich der Titel seit Monaten in den Bestsellerlisten: The Curious Incident of the Dog in the Night-Time. Was für ein Klang. Welche Spannung. Ein Hund? In der Nacht? Und da ist was Seltsames passiert? Ja was denn? Aber nein, supergute Tage, gähn.

Christopher Boone hat das Asperger-Syndrom, eine leichtere Form des Autismus, mag keine Fremden dafür Mathematik. Er geht in eine Sonderschule und schreibt ein Buch über ebendiesen seltsamen Vorfall mit dem Nachbarshund. Der Autor Mark Haddon schreibt sehr glaubwürdig als fünfzehnjähriger, schüchterner Bub der einiges durchmacht. Keine hohe Literatur aber sehr lesenswert und strengt auch am sonnenbeheizten Sandstrand nicht zu sehr an.

Spannender ist vielleicht die Frage, wieso mir meine Schwester dieses Buch schenkt. Okay, ich rede auch nicht gern, habe ein leicht zwanghaftes Verhalten was Zahlen angeht aber das wars auch schon an Ähnlichkeiten mit dem Hauptdarsteller. Oder etwa nicht???