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The Lost Symbol – Dan Brown

The Lost Symbol - Dan BrownThe Lost Symbol von Dan Brown zu lesen ist als würde der Leser von einem verrückten Tourguide entführt zu werden, der dann deinen Geist mit historisch-nutzlosem Wissen geradezu vergewaltigt.

So faszinierend es teilweise sein mag, was Brown ausgräbt und dem Leser unter die Nase reibt, irgendwann wird es langweilig. Auf der anderen Seite zeigt er hingegen komplettes Unverständnis für Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik, dass es schon an Idiotie grenzt. Es beginnt natürlich mit dem noetic Scheiß, auf dem die ganze Handlung basiert. Er nennt es noetic science, wobei es maximal so wissenschaftlich ist wie Scientology. Also gar nicht.

Weiters kann die Assistentin Trish Dunne in wenigen Minuten eine komplexe Search Spider programmieren, die Google zu übertreffen vermag, jedoch scheitert sie an einem einfachen Traceroute. Naja, sie würde es wohl schaffen, aber Dan Brown ist zu dumm dafür. Die CIA scheitert an einer einfachen Telefonüberwachung, auch hat sie Probleme mit der Wärmebildkamera, was Brown aber braucht, um seine Story nicht allzu früh beenden zu müssen. Schließlich hat er noch nutzloses Wissen zu verbreiten!

Sein Problem? Nach einem Drittel kennt man den Übeltäter bereits. Wozu also weiterlesen? Wozu? Wieso habe ich es getan? Wieso nur… den vierten Teil der Robert Langdon Serie tu ich mir nicht mehr an. Nie wieder, Dan Brown!

Der Fluch des Bierzauberers

Der Fluch des BierzauberersDer Bierzauberer ist zurück – und er scheint verflucht. In Der Fluch des Bierzauberers erfahren wir von Cord Heinrich Knoll, dessen Brauerei in Magdeburg vernichtet wird: der Dreissigjährige Krieg legt grosse Teile Europas in Schutt und Asche. Seine neue Brauerei ist wieder erfolgreich, doch stellt sich ihm diesmal gleich ein Kurfürst in den Weg. Liegt ein Fluch auf ihm?

In Der Bierzauberer störten mich, als pingeligem Menschen, die Vorgriffe mit „er sollte ihn nie mehr wiedersehen“. Das ist vorbei. Ob es der schriftstellerischen Entwicklung geschuldet ist, das wage ich mich nicht zu beurteilen, auf jeden Fall erhöht es den Spannungsfaktor.

Eine richtige Serie sind die Bierzauberer-Bücher von Günther Thömmes ja nicht. Eher sind sie lose aneinandergereihte Geschichten zu einem wunderbaren Thema: Bier. Und natürlich immer mit einem Brauer im Mittelpunkt, eben dem Bierzauberer. Leider scheint damit nun Schluss zu sein; das nächste Buch von Thömmes ist Der Papstkäufer, da dürfte das Wort Bier nur zweimal drin vorkommen! Dennoch bin ich gespannt darauf. Der Fluch des Bierzauberers macht Lust auf Mehr.

Calico Joe – John Grisham

Calico JoeJoe Castle ist First Baseman im AA-Club der Chicago Cubs, als sich einige Spieler der Reihe nach verletzen. Und so wird er ins Major League Team berufen um dort zu spielen. Und wie er spielt. Seine ersten Hits sind gleich mal alle Home Runs, und er reisst praktisch im Alleingang das Team herum und bringt es auf Playoff-Kurs.

Im anderen Handlungsstrang denkt der Sohn des sterbenden ehemaligen Major League Pitchers Warren Tracey an seine Jugend und seinen Vater. Und an den magischen Sommer, als alle Kinder Fans von Castle wurde, dem Jungen aus Calico Rock, alsbald Calico Joe genannt. Bis Warren Tracy und Joe Castle aufeinandertreffen…

Calico Joe erinnert verblüffend an Bleachers. Wieder mal macht sich John Grisham dran, ein Buch über einen Sport zu schreiben. Diesmal ist es Baseball, nicht Football, aber wieder gibt es ein Ereignis in der Vergangenheit, das seiner Aufarbeitung harrt.

Stimmungsvoll, ja, spannend ja, aber eben doch ist es verblüffend, wie sehr sich die Handlungen ähneln. Dass er schreiben kann, wissen wir aber zur Genüge und so steht dem Lesevergnügen nichts im Wege.