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The Third Policeman – Flann O’Brien

The Third PolicemanIn The Third Policeman, wieder von Flann O’Brien, findet man diesmal etwas englischeres Englisch, weniger Irisch und daher leichter verdaulich… vom sprachlichen her. Die Handlung ist wunderbar wirr. Doch vom Anfang an: Der Held der Geschichte wird früh zum Waisen, verliert ein Bein, und studiert dann den fiktiven Wissenschafter de Selby, der einerseits als Genie andererseits als Vollidiot behandelt wird. Allein die de Selby Passagen, die zu einem guten Teil in Fussnoten stattfinden, sind unterhaltsamer als manch andere Buchserie zusammen.

Nach dem Studium kehrt der Held zum elterlichen Bauernhof mit angeschlossenem Gasthaus zurück, der in der Zwischenzeit von John Divney gehütet wurde. Und so folgt ein Leben in ärmlichen Verhältnissen, an einem Buch über de Selby arbeitend während Divney weiter den Hof und die Wirtschaft führt. Also beschliessen die beiden an Geld zu kommen. Und schon setzt sich alles in Gang.

Alles andere lässt sich nicht in andere Worte fassen als schon verwendet. Daher lieber der Hinweis dass man The Third Policemen gelesen haben sollte.

At Swim-Two-Birds – Flann O’Brien

At Swim-Two-BirdsEin Buch im Buch im Buch. Was recht kompliziert zu lesen klingt, ist ein schöner Kunstgriff des Autors in At Swim-Two-Birds.

Über Flann O’Brian und Brian Nolan

Schon der Name auf dem Umschlag, Flann O’Brien ist ein Kunstgriff, denn es ist eines der Synonyme die Brian O’Nolan verwendet hat. Er ist der Meinung, Romanfiguren sollten nur dann ganz neu erfunden werden, wenn es noch keine passenden gibt; ansonsten solle man bestehende Figuren aus anderen Werken wiederverwenden. Das dient einerseits dazu mehr Persönlichkeit und Hintergrund zu verleihen, andererseits soll es Neulinge oder Menschen mit geringerer Bildung unmöglich gemacht werden, zeitgenössische Literatur zu verstehen. Aufgewachsen mit der irischen Sprache hat er seine Werke zuerst in Irisch verfasst, später auch in Englisch damit mehr Leser sich daran erfreuen können. Und eine Freude ist es…

und über sein Buch und die Macht des Autors über seine Schöpfung

Flann O’Brien schreibt über einen namenlosen Studenten, der gerne Zeit im Bett verbringt, seinen ersten Rausch erlebt und ein Buch schreibt. Dieses handelt von Dermont Trellis, welcher ein Buch schreibt, einen irischen Western. Seine Figuren erwachen zu echtem Leben, und sie gehorchen ihm. Er verliebt sich in eine geborgte Figur und zeugt gegen ihren Willen ein Kind mit ihr. Auch die anderen Figuren gehorchen ihm nur widerwillig und nur solange Trellis nicht schläft. Sobald er schläft, können sie tun was sie wollen. Und sie wollen nicht länger Trellis‘ Gefolgschaft sein, sondern sich an ihm rächen. Und das tun sie, indem der ebenfalls literarisch begabte Sohn von Trellis… ein Buch über Trellis schreibt.

Die Ohnmacht des Lesers wenn dieser nicht Irisch kann und mit der zeitgenössischen Literatur des Autors auch nicht zuviel anzufangen weiss, ist nicht gering. Sind doch einige ausgeliehene Figuren im und am Werk, und auch viele der Gedichte sind nicht leicht verdaulich. All das schadet nicht dem Verständnis von At Swim-Two-Birds und dessen verqueren Humors.