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Kafka am Strand – Haruki Murakami

In Filmen ist immer eine Frau schuld. Egal woran. Ob sie nun entführt wird oder Kriege verursacht oder nur einen Mann mit zuviel Gerede in den Wahnsinn oder zumindest in Handlungsdrang treibt oder auch durch ihre Abwesenheit. So unrealistisch ist das gar nicht. Denn woran kann es liegen dass ich Murakami lese. Natürlich. An einer Frau. Einer schönen Frau. Wie immer.

Nun also lese ich meinen dritten Roman von Haruki Murakami, Kafka am Strand, und meine Gedanken befassen sich herzlich wenig mit dem Inhalt. Das mag daran liegen dass ich gerade vor meinem PC sitze und schreibe oder daran dass ich erst ein Zehntel gelesen habe. Egal. Kafka am Strand also. Kafka ist fünfzehn und läuft von zuhause weg. Den zweiten Handlungsstrang bestreitet Nakata, der zwar dumm ist aber mit Katzen sprechen kann. Nebenbei kehren altbekannte Murakami-Sujets wieder mit seltsamen Schatten und einsamen Berghütten. Dann noch ein Geist einer schönen Frau. Na wenn dieser Geist mal nicht die Handlung vorantreiben wird.

Mich treibt nichts voran ausser die Neugier was noch passieren wird. Wenn du es wissen willst, musst du das Buch selber lesen. Und dich überraschen lassen von Gastauftritten von Johnnie Walker und Colonel Sanders.

Hard-Boiled Wonderland und das Ende der Welt

Haruki Murakami zum zweiten. Wieder ein namenloser Protagonist in einem etwas verrückten Japan unterwegs. Wie auch schon in Wilde Schafsjagd wurde er von seiner Frau verlassen, ist Mitte 30 und mag Bier. Sein Job? Er ist Kalkulator, quasi ein wandelnder Kryptocomputer, er verschlüsselt Daten und stellt Rechnungen an. Im Dienste des Systems, das mit den Daten Geld macht. Doch auch die Fabrik will diese Daten. Inmitten dieses Konflikts gerät der Leser in Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt.

Ohne fantastisch-mythisches geht es natürlich nicht ab und schon bald irrt man zwischen dem (damals) modernen Japan und einer ummauerten Stadt hin und her. Schlau wird man daraus auch irgendwann. Oder auch nicht. Auf jeden Fall ist es gut geschrieben und soll einen guten Einblick in die Gedankenwelt des Haruki Murakami geben, auch für spätere Werke. Eines habe ich noch wo herumliegen und dann werden wir ja sehen.

Ganz nebenbei hoffe ich natürlich, meinen Arbeitskollegen beim Lesen dieses Buches überrundet zu haben. Ätsch.

Wilde Schafsjagd – Haruki Murakami

Im Schlaf sah ich eine Kuh. Eine ziemlich schmucke Kuh, der man gleichwohl ansah, dass sie sich hatte abplacken müssen. Wir gingen auf einer breiten Brücke aneinander vorbei. Es war ein angenehmer Frühlingsmittag. Die Kuh trug in einer Hand einen alten Ventilator und fragte mich, ob ich ihn ihr nicht billig abkaufen wolle. Ich hab kein Geld, sagte ich. Ich hatte wirklich keins. Ich tausch ihn auch gegen eine Zange, sagte die Kuh. Kein schlechtes Geschäft. Ich ging mit der Kuh nach Hause und suchte verzweifelt nach einer Zange, fand aber keine.

Wilde Schafsjagd - Haruki MurakamiEin denkwürdiges Zitat aus Wilde Schafsjagd. Aber auch irreführend, denn es geht um ein Schaf. Ein Schaf mit übernatürlichen Kräften. Schon nach wenigen Seiten kann man erkennen, wie es Haruki Murakami zu grosser Beliebtheit gebracht hat.

Eine ungewöhnliche Handlung und auch die Bilder die Murakami zeichnet sind mit anderen Romanen schwer vergleichbar. Aber Wilde Schafsjagd ist sehr angenehm zu lesen, und man fliegt von Seite zu Seite. Ist der Erzähler oder Murakami selbst von grundlegendem Humor gekennzeichnet? Ich weiss es nicht, aber ich kann es kaum erwarten, mehr zu erfahren.

Und dann warten noch einige Bücher auf mich, darunter zwei weitere von Murakami. Seid gespannt und schaut wieder mal vorbei.