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In The Garden Of Beasts

In The Garden Of BeastsDer „Garden Of Beasts“ ist der Berliner Tierpark. Aber es sollte wohl auch zweideutig gemeint sein. Was aber nie ganz klar wird. So wie einiges andere auch…

William E. Dodd ist Geschichtsprofessor in den USA und wird zum Botschafter in Berlin ernannt. Super! Oder auch nicht: denn ist ist das Jahr 1933. So zieht nun Dodd mit Frau und Kindern nach Berlin. Und erlebt ein spannendes Kapitel der Weltgeschichte live.

Erik Larson bemüht sich, das gut aufzuarbeiten. Ein Grossteil des Buches basiert aber auf den Aufzeichnungen der Tochter. Die, um es kurz zu machen, eher herumgehurt hat als sonst was. Und das interessiert mich eigentlich kaum, wenn ich ein Buch kaufe, das historisch sein soll.

In The Garden Of Beasts wird als eines der besten Bücher von 2011 gehandelt. Schwer zu verstehen: so spannend ist es nicht, was nicht nur daran liegt, dass man in Österreich in jedem Schulfach mal hört, wie böse nicht die Nationalsozialisten waren und was sie nicht alles getan haben. In The Garden Of Beasts hat alo nicht viel Neues zu bieten. Und wenn ich von einer Schlampe lesen wollte, gäbs auch sicher Anderes.

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A Peace to End All Peace

A Peace to End All PeaceVom Nahen und Mittleren Osten hören wir meistens nur im Zusammenhang mit Problemen. Verschiedene Religionen, Ansichten, Nationen und Ziele führen zu einem explosiven Umfeld. Die Zerwürfnisse zwischen, unter anderem, Arabern und Israelis sowie den verschiedenen irakischen Sekten sind alle mitbegründet in der Hinterlassenschaft der Alliierten nach dem Ersten Weltkrieg.

In A Peace to End All Peace werden die Jahre 1914 bis 1922 behandelt, und es wird gezeigt wie und warum die Alliierten welche Politik verfolgten und welche Grenzen zogen. Sehr umfassend widmet sich das Buch den Wendungen und Entscheidungen, die getroffen wurden und die heute noch für Konflikte und Probleme sorgen. Sehr spannend ist auch das neue Nachwort des Autors aus dem Jahre 2009 das die jüngeren Entwicklungen in der Region anspricht.

David Fromkin wirft dem werten Leser in atemberaubendem Tempo Fakten um die Ohren. Für viele (belegte) Tatsachen würde er sich im heutigen Österreich wegen Verhetzung vorm Richter wiederfinden. Dennoch bleiben es Tatsachen, und das Buch wurde durchaus berechtigt zu einem Times-Bestseller. Die Geschichten fesseln den Leser an die Geschehnisse rund um Protagonisten wie Winston Churchill. Die Faktendichte wird durch eine lange Literaturliste belegt, hindert aber nicht an einem spannenden und lehrreichen Lesevergnügen.

Saboteurs: The Nazi Raid on America

Saboteurs: The Nazi Raid on AmericaZwei Fragen stellen sich bei dem Buch Saboteurs: The Nazi Raid on America. Erstens: Ist es Fact or Fiction? Zweitens: Ist es ein Buch über Militärgeschichte oder ein Roman? Die erste Frage ist schnell beantwortet, denn es sind Tatsachen, mit vielen vielen Referenzen belegt. Die Antwort auf die zweite Frage ist schwieriger. Umso besser, denn es ist Militärgeschichte verpackt in einer gut erzählten Geschichte. Was wohl daran liegt dass der Autor Michael Dobbs kein Soldat ist.

Es ist 1942, die Vereinigten Staaten von Amerika sind offiziell in den Krieg eingetreten. Deutschland trainiert daraufhin Saboteure um die industrielle Übermacht der USA zu brechen oder zumindest zu verlangsamen. Nach dem Training machen sich acht Geheimagenten in U-Booten auf den Weg. Eine spannende Reise steht bevor. Von einem Verräter zu einer der vermeintlichen Glanzstunden des FBI unter J. Edgar Hoover führt uns das Buch auf Pfade die auch heutzutage relevant sind. Der US-Präsident Franklin D. Roosevelt veranlasst dass die deutschen Saboteure nicht vor ein Zivilgericht kommen können, auch nicht vor ein reguläres Militärgericht sondern vor eine militärische Kommission die sich nicht so genau an die Gesetze halten muss. Das alles da die Saboteure in Zivilkleidung hinter feindlichen Linien aufgegriffen wurden und damit Kriegsrecht gebrochen hatten.

Die Parallele zu heute? Guantanamo, ebenfalls eine militärische Kommission. Nur dass George W. Bush von der medial indoktrinierten Masse der Europäer deswegen verteufelt wird, Roosevelt ist jedem egal und Barack Obama, der Guantanamo immer noch nicht geschlossen hat (mögen am Ende einige der Insassen tatsächlich gefährlich sein? huch!), wird immer noch gefeiert. Vielleicht liegt das aber nicht an Taten sondern der Parteizugehörigkeit. Wundern würde mich diese Verlogenheit nicht. Die deutschen Saboteure wurden übrigens wenige Tage nach der Urteilsverkündung hingerichtet.