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The Dalkey Archive – Flann O’Brien

The Dalkey ArchiveEines ist klar: Flann O’Brien hatte ein sehr spezielles Verhältnis zu Fahrrädern. Ein eher schlechtes, aber er konnte es recht witzig verpacken. So kam es zu dem Polizisten Sergeant Fottrell und seiner Mollycule Theory. Ohne hier zwei Seiten zitieren zu wollen, belasse ich es bei diesem Teaser zu The Dalkey Archive.

Ansonsten geht es um Mick, einem ziemlich farblosen Iren, dessen Leben allerdings einige unverhoffte Wendungen nimmt. Da wären De Selby, der einen grandiosen Plan hat. Sowie der schon erwähnte Sergeant Fottrell. Damit nicht genug,tritt auch noch James Joyce auf den Plan. Und immer dabei ist sein Freund, nur Hackett genannt, und ab und zu auch seine Freundin. Und keiner davon ist darauf aus, Micks Leben einfacher zu gestalten.

Der Autor hat einiges aus dem damals unveröffentlichten Werk The Third Policeman wiederverwendet. So auch den „idiot savant“ De Selby. Dennoch ist es ein gänzlich anderes Buch. Auch gänzlich anders als alles andere, das ich je lesen durfte. Es ist irr. Es ist witzig. Das Ende kommt etwas unverhofft und enttäuschend. Vor allem auch, da das Gesamtwerk Flann O’Briens damit fertig gelesen ist. Hätte er doch nur mehr geschrieben…

The Hard Life – Flann O’Brien

The Hard Life von Flann O'BrienNur mehr ein Monat, dann ist es wieder so weit: die Welt wird grün, vor Neid, vor Lebensmittelfarbe, vor Rausch. St. Patrick’s Day. Um sich das Irisch Sein Für Einen Tag zu verdienen, gibt es irischen Lesestoff. Für Ulysses würde es etwas knapp, also gibt es Flann O’Brien’s The Hard Life zu lesen.

Das harte Leben eines irischen Jungen um die Jahrhundertwende (1900, faith!) wird recht anschaulich geschildert. Die Hausaufgaben werden mühselig erledigt am Tisch geteilt mit dem immerfort Whiskey trinkenden Onkel und seinem Freund, Father Fahrt. Nicht nur der Onkel betreibt mysteriöse Geschäfte (mit dem Geschäft, wie sich später herausstellen wird) sondern auch der große Bruder wird zum geschäftsfreudigen aber nicht geschäftstüchtigen Unternehmer. Und dennoch darf es für die Iren kein all zu gutes Ende nehmen bei O’Brien.

Vor Rätsel stellen einen manche der irischen Spezialausdrücke, was wiederum auf mangelndes Irisch-Sein beziehungsweise Mangel an grünem Bier zurückzuführen ist. Dennoch ist es lustig, und dennoch etwas traurig und bedrückend, wie die Iren eben so sind, aber eminent lesbar und fesselnd. Wie die bereits gelesenen Bücher von Flann O’Brien, ist auch The Hard Life etwas bedrückend und witzig, irisch-unverständlich und verzückend wortgewaltig.

Finnegans Wake – James Joyce

Es ist Anfang März und damit bald wieder Zeit für den St. Patrick’s Day. Zur Einstimmung darauf… nein, kein grünes Bier, sondern etwas James Joyce. Finnegans Wake: Gesammelte Annäherungen sind ein, eigentlich mehrere, Versuche einer Übersetzung. Wieso mehrere und wieso Versuche? Nun ja. Man lasse mich Wikipedia zitieren:

Finnegans Wake gilt als eines der bemerkenswertesten, aber auch der am schwersten verständlichen Werke der Literatur des 20. Jahrhunderts

Ich werde mich also hüten, hier eine Rezension abzuliefern. Doch ein wenig muss erzählt werden: Tim Finnegan, ein irischer Baumeister, steigt auf eine Leiter, fällt hinunter und bricht sich das Genick. Auf seinem Begräbnis wird eine Flasche Whisky auf seinem Sarg zerbrochen und er erwacht wieder zum Leben.
Dieser Aufstieg und Fall soll sich in den anderen Kapiteln und sogar Aufstieg und Fall der gesamten Menschheit widerspiegeln.
Das Besondere an der Sprache ist die Vermischung der englischen Sprache mit anderen und die Mehrdeutigkeit die allen Wörten innezuliegen scheint.

Was soll man sonst erzählen? Manche gelehrte Menschen meinen, in Finnegans Wake gar keinen Roman erkennen zu können. Wird also schwierig. Auf jeden Fall fühlt man sich mit Finnegans Wake in der hauseigenen Bibliothek wunderbar gewappnet und hat sich nach dessen Lektüre ein grünes Bier verdient. Aber erst am 17. März.