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American Sniper

American Sniper, der Film zum Buch: Chris Kyle ist Rodeoreiter, verletzt sich, geht zu den Navy Seals, wird Sniper und dann in den Irak geschickt. Dort erledigt er ein paar Typen und zack!, schon ist er der erfolgreichste Sniper der US-Militärgeschichte. Okay, ganz so einfach ist es dann nicht, aber ich muss hier ja nicht alles verraten.

Das Buch von Chris Kyle war spitze, der Film ist ein wenig eintönig. Ein Kind macht sich ebreit, eine Granate in einen Trupp Soldaten zu werfen. Kyle muss schiessen. Das wirft ihn im Film für ganze fünf Sekunden emotional zurück. Dann Cut und Szenenwechsel. Aber auch nach den Höhepunkten der Geschichte, Hochzeit, Geburt seiner Kinder? Der Film braucht keine zehn Sekunden, um das Thema abzuwickeln und den Trott wiederherzustellen.

In den USA sorgt er für eine Kontroverse. Aber auch nur weil eine Seite leicht angerührt ist. Also, leicht gestört und leicht erregbar. Und das sind nicht die Waffenträger sondern die Hoplophoben. Die auch hier hyperventilieren werden, aber die brauche ich hier sowieso nicht. Alle anderen mögen sich das Buch gönnen, den Film… naja, wenn euch mal gaaanz fad sein sollte, schaut ihn euch ruhig an.

The Normans: From Raiders to Kings

The Normans - Lars BrownworthAls die Wikinger Land in Frankreich bekommen, werden sie als Nordmannen bezeichnet, was sich zu Normannen verkürzt, ihr Reich heißt sodann Normandie. Von dort aus erobern sie nicht nur England, sondern auch Sizilien und Süditalien sowie Teile des Nahen Ostens im Zuge der Kreuzzüge.

The Normans: From Raiders to Kings ist ein Gallop durchs Mittelalter auf einem schneller Kriegspferd. Lars Brownworth zieht einen Leser mit hoher Geschwindigkeit durch ein komplexes Thema und bleibt dabei immer gut lesbar. Er präsentiert in Anekdoten und tragikomischen Begebnissen das Leben und Sterben von Normannen, die durchaus so ungewöhnlich waren wie ihre Namen: Rollo the Walker, William Iron-Arm, Tancred the Monkey King, und Robert Guiscard.

Die Schlacht bei Hastings 1066 kennt wohl jeder, die weitere Geschichte der Normannen bietet aber noch viel mehr. Sie siedelten im heutigen Frankreich, England und Italien – und spielten eine große Rolle bei der Entstehung der modernen Welt, wie wir sie kennen. Zuerst waren sie nur Ritter, kaum mehr als einzelne Abenteurer, aber in zwei Jahrhunderten voller Abenteuer und Eroberungen gründeten sie Königreiche von der Nordsee bis Nordafrika.

Das Mittelalter war nicht immer nur düster, sondern auch spannend, intrigenreich und voller witziger Geschehnisse. Somit ist dieses Buch sehr angenehm zu lesen, und ein wenig Bildung bekommt man so nebenbei ab.

Österreichs Helden zur See – Helmut Neuhold

Österreichs Helden zur See - CoverDie Osmanen und ihre Piraten dringen nach Europa vor verschleppen zu tausenden Christen und versklaven sie. Bei der Seeschlacht von Lepanto werden sie von Don Juan de Austria trotz zahlenmässiger Überlegenheit vernichtend geschlagen. Soweit kennt man das vielleicht noch, doch es ist nicht der einzige Glanzpunkt der österreichischen Marine.

Helmut Neuhold präsentiert uns Österreichs Helden zu See: Kapitäne – Forscher – Entdecker: Tegetthoff kennt man. Das Franz-Joseph-Land ebenso, aber auch dessen Entdecker Weyprecht und von Payer? Oder Horthy Miklós, der als Admiral ohne Flotte ein Land ohne Küste als Königreich ohne König regiert. Oder Georg von Trapp, weltweit durch Sound of Music bekannt, hierzulande totgeschwiegen, denn Widerstand gegen Hitler darf nur positiv erwähnt werden, wenn es Kommunisten, nicht aber Dollfuss oder Adelige waren.

  • Don Juan de Austria
  • Wilhelm Bolts
  • Franz von Bandiera
  • Ludwig von Kudriaffsky
  • Erzherzog Friedrich
  • Bernhard von Wüllerstorf-Urbair
  • Wilhelm von Tegetthoff
  • Carl Weyprecht und Julius von Payer
  • Die Männer von der Albatros und der Kaiserin Elisabeth
  • Georg von Trapp
  • Nikolaus Horthy von Nagybánya
  • Gottfried von Banfield

Wie schon in Österreichs Kriegshelden ist ein sehenswerter Band mit Bildern und historischen llustrationen gelungen. Die Kapitel sind weniger auf Zahlen und Daten ausgerichtet als auf unterhaltsame Anekdoten. So liest man gerne Geschichte.