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The Baseball Economist

Moneyball war ein (Baseball-)Weltbewegendes Werk. Doch verrät der Autor natürlich nicht alles, was er in seiner Organisation verändert hat. Hier setzt The Baseball Economist die Geschichte fort.

Der Autor, J.C. Bradbury, bedient sich wirtschaftswissenschaftlicher Methoden, um Spieler und Vereine zu analysieren. Im Endeffekt alles Mathematik und ein wenig Interpretation. Sein liebstes Werkzeug ist die Regressionsanalyse mit der er wichtige von unwichtigen Faktoren trennen und den Einfluss bestimmer Faktoren quantifiziert. Nichts bleibt von ihm verschont: Spieler, Manager, Grösse des Markts sowie Steroide.

Oder: hilft es einem guten Batter tatsächlich, wenn der Batter nach ihm auch gut ist? Wird dann weniger „um ihn herum“ gepitcht und er bekommt bessere Pitches zu sehen? Oder gibt sich der Pitcher einfach mehr Mühe und gleicht es aus? Bradbury macht sich daran das rauszufinden.

Wo Moneyball von der Geschichte des Billy Beane getrieben und getragen wird, fehlt dieser Leitfaden in The Baseball Economist: The Real Game Exposed. So sind die einzelnen Kapitel voneinander losgelöst. Auch gut, denn manche sind etwas unspannend, die kann man dann getrost auslassen. Die meisten jedoch fördern nicht nur wissenschaftlich begründbare Baseballwahrheiten sondern auch die eine oder andere Überraschung zu Tage.

Guter Zeitvertreib für Baseball Fans aus allen Lagern, auch die die mit Mathematik nicht anecken wollen. Man wird in manchem Gespräch mit faszinierendem Wissen auftrumpfen können.

The Blind Side – Michael Lewis

The Blind Side - Michael LewisVom Autor von Moneyball gibt es natürlich noch mehr Bücher. Eines seiner neueren beschäftigt sich mit Football. Genauer gesagt der Evolution zuerst des Passing Games. Und, wie in The Logic of War and Peace erklärt, kommt die Gegenmassnahme, in Form des Pass Rushers mit Lawrence Taylor. Und weiter dreht sich die Spirale und es kommt der Left Tackle. Gross, Schwer, Schnell. Passend auch der Titel The Blind Side: Evolution of a Game.

Michael Lewis beschreibt den Werdegang von Michael Oher, der von Tragödien, Zufällen und etwas Glück geprägt ist. Wie Lewis in einigen Nebensätzen bedauert, gibt es keine so anschaulichen Statistiken für Football, da jeder Spieler jeden anderen beeinflusst. Dennoch ist das Buch absolut lesenswert, erhält man doch einen etas intimeren Einblick in die Gedankengänge von Coaches, Spielern oder dem Recruiting Prozess der US Colleges.

Wer die football-lose Zeit überbrücken möchte, ist hier richtig. Wer sich Weiterbildung in der Art von Moneyball erwartet, wird enttäuscht sein.

His Excellency: George Washington

His Excellency: George WashingtonDa habe ich doch glatt ein Buch gelesen über den US-Präsidenten George W. Und nein, ihr braucht nicht schreien „Buh, was für ein schlechter/böser/dummer Präsident.“ Erstens ist George W. Bush demokratisch gewählt, und da haben die Europäer halt nichts mitzureden geschweige denn mitzuwählen. „Aber der Krieg…“ mögen manche einwerfen. Viele Länder führen Krieg und nicht nur im Irak, auch in Österreich haben die Vereinigten Staaten zwei Versuche benötigt um die Demokratie dauerhaft zu installieren. Darüber bin ich sehr froh. Und das sollte jeder hier sein, es sei denn er ist überzeugter Monarchist. Ausserdem geht es um George Washington.

Wie die Unabhängigkeit und damit auch die Demokratie in den USA Fuss fassen konnte, wird in His Excellency: George Washington schön festgehalten. Eine Biografie über den ersten US-Präsidenten und den Unabhängigkeitskrieg. Gut und spannend geschrieben bekommt man einen interessanten Menschen und interessante Geschichte präsentiert und man fliegt nur so von einer Seite zur Nächsten.

Also erspart euch (und mir) Platitüden und papageienhaftes Geschrei von Unsinn und bildet euch weiter.