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Play Poker, Quit Work, and Sleep Till Noon

Play Poker, Quit Work, and Sleep Till NoonPlay Poker, Quit Work, and Sleep Till Noon stammt aus dem Jahre 1977. John Fox nimmt hier viele Elemente vorweg, die manche Pokerbuch-Autoren heute noch als das Um und Auf bezeichnen. Und das obwohl er fast durchwegs von Five Card Draw Poker schreibt; also der Variante wo man fünf Karten bekommt, und einmal beliebig viele austauschen kann.

Fox beschreibt die Wichtigkeit der absoluten und relativen Position; wie tight oder loose soll man wann spielen; welche Spieler will man zu seiner Rechten oder Linken sitzen haben.
Ebenso widmet er, wie Mike Caro in senem legendären Buch, einen Grossteil des Buches, wenn auch ohne Fotos, den klassischen Poker Tells: wie man vom Verhalten eines Spielers Rückschlüsse auf seine Karten ziehen kann.

Sehr witzig ist seine Beobachtung, dass Raucher wissentlich ihre Gesundheit gefährden und daher dumm sein müssen. Und folglich auch mit höherer Wahrscheinlichkeit schlechte Spieler sein werden. Das teilt er uns nicht nur ein oder zwei Mal mit. Ob es nun wahr ist oder nicht: mir gefällt diese Logik und ich werde das Argument aufnehmen in meine Reihe der Totschlag-Argumente.

How to Hustle Home Poker – John Fox

How to Hustle Home Poker von John Fox ist ein oft referenzierter Klassiker. Also, eigentlich von Klassikern oft referenzierter Klassiker. Ein Meta-Klassiker sozusagen. Das mag daran liegen, dass das Buch aus dem Jahre 1981 stammt. Hinweise zu aktuellen Pokervarianten sollte man sich nicht erwarten, dafür liefert Fox zahlreiche Tipps, die immer gelten werden.

So verwundert es nicht, dass der Großteil des Buches von der Auswahl der Gegner handelt. Die besten Gegner sind die schwächsten Spieler. Fox erklärt, was einen schlechten Spieler ausmacht und welche schlechten Eigenschaften für einen besseren Spieler am profitabelsten sind. Findet man nun einen passenden Wunschgegner, geht es nur mehr darum, diesen zur eigenen Pokerrunde zu bekommen. Und ihn zu behalten. All das wird von John Fox behandelt. Zum Drüberstreuen gibt es Geschichten über Mike Caro, wie er mit Hustles, Wetten und Kartenspiel zu Geld kam.

How to Hustle Home Poker ist sehr lesenswert. Pokerstrategie kann man daraus nicht lernen, dafür umso mehr vom rundherum. Das einzige Problem ist, dass das Buch eben alt und kaum verfügbar ist. Meine signierte Ausgabe war beileibe kein Schnäppchen: dafür ein umso größeres Prunkstück meiner Bibliothek.

No Limit Hold ‚em: Theory and Practice

No Limit Hold 'em: Theory and PracticeWieder mal landet ein Sklansky auf meinem Nachtkastl und in meiner Bibliothek. Nach seinem Klassiker The Theory of Poker ist diesmal No Limit Hold ‚em: Theory and Practice an der Reihe. Theory of Poker behandelte kein spezifisches Spiel, und der Pokerboom nach 2003, dem Jahr wo Chris Moneymaker als Amateur den WSOP Main Event und Millionen Dollar gewann, machten es attraktiv und finanziell notwendig, ein Buch zu schreiben das sich speziell mit No Limit Hold’em auseinandersetzt. Und wieder mal haben David Sklansky und Ed Miller sich zusammengetan und ein gutes Buch verfasst.

Sie gehen bei weitem nicht nur auf Preflop-Strategien ein, wie sie bei Turnieren häufig vorkommen. Am meisten beschäftigen sie sich mit Deepstack Cashgames, da hier bis zum River Spielraum bleibt. Und sollte man mal in einem Turnier mehr Spielraum haben braucht man hier auch einen Plan und eine Strategie. Einfach reinstellen kann jeder.

Es werden viele Konzepte vorgestellt, vom Anpassen an Stack Sizes, manipulieren der Potgrösse hin zum Verleiten der Gegner zu schlechtem Spiel.

Aufgebaut ist das Buch im klassischen, guten Two Plus Two Publishing Stil, didaktisch gut aufgebaut und unspezifisch genug damit man nicht nach Kochrezept spielt sondern sich selber Gedanken macht wie man in verschiedenen Situationen verschiedenst spielen kann. Mathematisch ist es sauber, nicht im Sinne von fehlerfrei sondern von beinahe gänzlich befreit davon. Abgesehen von grundsätzlichen Pot Odds Berechnungen gibt es nicht viel, und Pot Odds werden als bekannt vorausgesetzt.

Es ist nicht unbedingt ein Buch für Anfänger, da es eben einiges voraussetzt; für Fortgeschrittene wäre eine Vertiefung in manchen Punkten nicht schlecht. In Verbindung mit Theory of Poker ist es für engagierte Spieler auf jeden Fall hilfreich.