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Sonntagsturnier im CCC

Vor einiger Zeit begab ich mich wieder einmal ins Concord Card Casino. Das Sonntagsturnier war angesagt, ein Freezeout mit einem moderaten Buyin von 20+4 Euro. Über 200 Teilnehmer starteten mit 3.000 in Chips und die Blindlevel dauerten jeweils zwanzig Minuten.

Es ging recht langsam los, was einerseits an schlechten Händen lag als auch an Spielern, die sehr schnell verdoppeln oder zurück zum Cashgame wollten. Oder sie hatten einfach wenig Plan. Also war Zurückhaltung angesagt, mit wenigen Steals und guten Händen konnte ich meinen Stack immer so um die 3.000 Chips halten.

Dann kamen die Antes ins Spiel… und bessere Karten. Für den Spieler zu meiner Rechten. Ein Raise auf knappe unter 1.000, mit 33 wie ich nachher erfahre, ich erblicke AJ und stelle alles rein. Fold, fold, fold zurück zum Raiser der dank meines tighten Images und seiner doch nicht so starken Hand auch recht rasch foldet. Nächste Hand derselbe Spieler raist wieder, diesmal mit 77. Ich finde AK und alle meine Chips wandern in die Mitte. Es folgt etwas Gelächter und blöde Sprüche vom recht freundlichen und unterhaltsamen Tisch: „Ich glaub er mag dich nicht.“ Fast schon etwas peinlich… doch, es wird noch besser: die dritte Hand in Folge findet mein rechter Sitznachbar eine Hand zum Erhöhen, tut dies und ich? Ich gehe unter Gebrülle wieder all-in und wieder foldet er, diesmal bin ich so nett und zeige ihm mein KK.

Und mein Stack hat sich in drei Händen ohne Showdown mehr als verdreifacht, auf knappe 10.000. Von da an geht es relativ unspektakulär weiter. Einige Steals, einige Bad Beats kurz vor dem Final Table: ein Shortstack mit 33 gewinnt gegen mein AK, kurz darauf derselbe Spieler zeigt AQ und ich AK, und zwei Damen gesellen sich gleich am Flop dazu, mit KK verliere ich wieder gegen AQ. Die Zuschauer, auch Railbirds genannt, können mitfühlen, mir ist es relativ egal, ich komme halt nur mit durchschnittlichem Chipstack an den Finaltisch anstatt mit einem der grössten Stacks.

Am Finaltisch angekommen merkt man dass die Spieler jetzt ruhiger geworden sind. Wenig Action. Die Blinds sind bei 6k/12k mit 1k Ante angelangt, der Spieler zu meiner Rechten hat etwas weniger Chips als ich, und geht vor mir all-in. Ich finde JJ und pushe ohne viel zu überlegen ebenfalls all-in. Ich spiele gegen QQ und habe wieder mal kein Glück. Zwei Hände später calle ich im BB mit lediglich 2BBs all-in und auch hier kein Suckout für mich. Damit war ich draussen, auf Platz 8 und 168 Euro reicher.

Im Nachhinein war das All-in mit JJ nicht gut gespielt, der Tisch war sehr abwartend und wieso hätte ein Spieler mit mittlerem Stack in früher Position mit etwas schlechterem als QQ+ oder AK all-in spielen sollen? Damit war ich weit hinter seiner Range und maximal wäre es ein Coinflip gewesen. Den ich bei meinem Showdown-Glück an dem Abend aus dem Weg gehen hätte müssen. Da wäre mehr drin gewesen. Aber vielleicht klappt’s ja an einem der nächsten Sonntage.

Home Poker Tourney – How to Run a No-limit Texas Hold’em Poker Tournament

Eigentlich ist es eine Schande. Da befindet sich eine Website unter meinen absoluten Favoriten seit Jahren und ich habe sie euch bis jetzt vorenthalten. Das wird sich jetzt ändern.

Wie ihr vielleicht schon festgestellt habt, spiele ich gern mal eine kleine Runde Poker, und da das Live mehr Spaß macht als online, auch wenn es nur um Peanuts geht, spiele ich gerne mal mit Freunden. Doch was braucht man dazu? Karten, eh klar. Chips können auch nicht schaden. Karten hat man daheim, aber leider sind Assen, Könige, Damen, Buben und Zehner leicht erkennbar nach ein paar Runden Schnapsen.

HomePokerTourney LogoHier hilft euch Home Poker Tourney. Welche Chips gibt es, welche Karten, welche Wertigkeiten bei den Chips sind empfehlenswert, welche Struktur für Turniere und natürlich gibt es auch ausführliches Regelwerk. Der Betreiber nutN2Lewz (siehe Bild links) hat hier ein beinahe allumfassendes Werk zusammengetragen, und es wird euch helfen einen schönen Pokerabend zu erleben.

Damit ihr dann nicht ohne Hemd dasteht wie nutN2Lewz, wünsche ich euch ein gutes Blatt.

Cardroom „Poker Royale“ im Test

Nur fünfzig Kilometer oder dreissig Zugminuten außerhalb Wiens liegt Wiener Neustadt und dort wiederum der grösste Cardroom Europas, das Poker Royale. Kurz PR, findet man anhand der mit Logo und passendem Lack versehenen Taxis ganz leicht dorthin.

Damit hat Wien und Umgebung drei Card Casinos die jeden Tag rund um die Uhr geöffnet haben sicherlich die Pokerhauptstadt Europas.

Im Poker Royale macht sich die neue und in „königlichen“ Farben gehaltene Einrichtung sehr gut. Dank internationaler Turnierwoche war es dann auch noch rauchfreie Zone, ein weiterer Pluspunkt. Das Personal ist sehr freundlich und kompetent, auch wenn sich vor allem bei den Dealern nach einer starken Turnierwoche schon mal Müdigkeit bemerkbar machte.

Aber natürlich fahre ich nicht nur dorthin um euch über Möbel und Leute zu erzählen, sondern auch etwas über Poker. Zu spielen gibt es täglich Turniere und Sit’n’Gos mit Buy-Ins auch für die kleine Brieftasche wie auch Cashgames. Ein kleines Turnier begonnen mit nettem Sponsoring, direkt neben dem Poker Europa-Herausgeber und Pokerprofi Nic Szeremeta. Der auch gleich in der dritten Hand ein Straight Flush hervorzaubert.

Leicht beeindruckt foldete ich dann AJos als er mit einem Shortstack all-in ging. Dennoch lief es sehr gut für mich, viele Pocket Pairs und auch mal den Flop getroffen. Grundsätzlich fühlte ich mich wohl, da die Tische fast immer short-handed waren. Als von knapp zwanzig Startern nur mehr neun übrig waren, kamen wir auch schon an den Finaltisch. Kurz etwas zurückhaltend, keinen Crap spielen wie oder und schon wieder blieben auch nur mehr sechs Spieler übrig. Und ich war der Chipleader.

Ein paar mal gelang es, die Blinds zu stehlen und als wir nur mehr zu dritt und damit in-the-money (ITM) waren, hatte ich ca. zwei Drittel aller Chips. Der Shortstack rechts von mir hielt sich raus, doch das nette Mädel mir gegebüber war noch gefährlich. Und sie geht all-in… ich habe . Also call, aber natürlich hat sie .

Die erste sichtbare Karte des Flops ist aber auch das versteckte sich darunter. Das vervollständigte eine sehr spannende Hand und liess mir noch immer viele Chips. Geärgert aber ich mich auch nicht, was sogar den späteren Sieger des Main Events Andreas Krause (Foto links) ein wenig beeindruckte. Bilde ich mir zumindest ein. Er sass neben Sabine, gab ihr aber fairer- und glücklicherweise keine Tipps.

Der Shortstack schaffte es also nicht sich ins Heads-Up zu folden. Dort angekommen half mir aggressives Spiel zu vielen kleinen Pots. Aber dann liess ich mich dazu überreden mit ein all-in zu callen, das ich gegen erwartungsgemäss verlor. Damit war ich um wenige hundert Chips hinten, konnte mir aber fast alle in der Hand darauf holen, ein paar automatische Calls später war es auch schon vorbei und nicht nur der erste Preis sondern auch eine schicke PokerRoyale-Stahluhr wurde mir verliehen wie sie im Main Event als Bounty für einen gewonnenen Showdown gegen Marcel Luske vergeben wurde.

Alles in Allem ein sehr gelungener Ausflug, auch das Seminar mit Marcel Luske war zumindest sehr unterhaltsam, wenn ich auch das meiste schon aus Büchern kannte. Auch andere Profis wie Rolf Slotboom und Paul Testud gaben sich sehr umgänglich. Ich kann euch nur ans Herz legen, die Card Rooms in Wien und Umgebung zu nutzen, nicht nur Deutschland sieht hier begierig zu uns auf. Das Poker Royale wird euch sicher auch gefallen!