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Vergebung – Stieg Larsson

Stieg Larsson, der alte Schurke, muss senil geworden sein. Da verwechselt er Personen von einer Seite auf die nächste. Widerholt. Das stört den Lesefluss des aufmerksamen bis pingeligen Leser etwas. Aber da Vergebung direkt an Verdammnis anschliesst und den Schlusspunkt der Millennium-Trilogie setzt, liest man es. Und das recht schnell, denn es geht flott dahin und die Spannung bleibt erhalten.

Ansonsten geht es den Stereotypen im Roman blendend, was man von Stereotyp „Hackerin“ Lisbeth Salander nicht behaupten kann. Aber genau darum geht es ja. Neues Buch, neue Feinde, alte Freunde. Wies ausgeht müsst ihr selber lesen. Vergebung ist ein netter Roman, wenn auch im Vergleich zum ersten Teil vielleicht schon eher antiklimaktisch, da man die ganzen Schmähs schon kennt. Es wird eben aufgeräumt was an losen Enden so herumhängt. Das passiert dann durchweg brutal und final. Nett. Aber eben nicht sehr überraschend; wäre die Millennium-Trilogie nicht so durchsetzt von Fehlern und Stereotypen, würde ich sagen es wäre ein schwaches Ende einer sehr lesbaren Trilogie. So hingegen bin ich nicht unglücklich mich anderen Texten widmen zu können. Wiederlesfaktor 0%.

Verdammnis – Stieg Larsson

Verdammnis - Stieg LarssonWie um alles in der Welt konnte Stieg Larsson vergessen, dass er die gesamte Millennium Redaktion im ersten Teil, Verblendung, PGP installieren liess? Wie kann dann Lisbeth Salander weiterhin alle Emails lesen? Keine Ahnung von Computern auch kein Problem. Gähn. Andere Logikfehler treten vor allem gegen Ende hin auch gehäuft auf. Was solls, Teil eins war ein Bestseller da wird es Teil zwei wohl auch schaffen.

Also hier nun Verdammnis, der zweite Teil der Millennium-Trilogie aus der Feder des schwedischen Kommunisten Stieg Larsson. Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist, die wandelnden Stereotypen sind auf der Suche nach einem Mörder. Die Polizei sucht eine Mörderin, nämlich Lisbeth Salander. Und verstricken sich in Widersprüche, halt, nein das war der Autor, die beiden Romanfiguren verstricken sich in der Vergangenheit. Mörder, Vergewaltiger, bekannte Boxer und kranke Gangster, hier hat alles seinen Platz.

Die Spannung ist aber nicht schlecht, also will ich nicht zuviel verraten. Lies es lieber selber. Nur noch zwei Punkte die mich persönlich angeregt haben und die ich hier nun zu virtuellem Papier bringen muss.

Der „Riese“ in Literatur und Sportjournalismus

Bei den Soccer-Spielern, denn Athleten kann man sie kaum nennen, wird von den Sportjournalisten jeder um die 1 Meter 90 als „Riese“ bezeichnet. Stieg Larsson bezeichnet einen Menschen mit 2 Meter 5 als „Riesen“. Das ist gerade mal 15 Zentimeter mehr als ich aufbringe. Sage ich jedoch zu jedem Menschen der 15 Zentimeter kleiner als ich ist, also 1 Meter 75 „Zwerg“? Nein. Ich bin so tolerant. Und diskrimiere nicht jeden und alles der mir nicht passt. Wahrscheinlich sind Sportjournalisten und Stieg Larsson selber eher klein, so um 1 Meter 50 und haben Minderwertigkeitskomplexe.

Zu Stieg Larsson:
Wieso ich sage dass Stieg Larsson ein Kommunist war? Nun, die Erklärung liefert sein Möchtegern-Alter Ego Mikael Blomkvist: er fand es nicht gut, als Journalist einer Partei anzugehören, da es den Anschein von Parteilichkeit wecken würde. Das würde negativ auf ihn und seine Reportagen wirken. Aber nach dem Tode hat sich Larsson ja eindeutig zu erkennen gegeben. Er wollte kaum seinen Erben einen Streich spielen und sein Geld einer Organistion vermachen die seine Erben hassen. Aber er hat es dem kommunistischen Arbeiterverband vermacht. Womit der Deckmantel gefallen ist, wenn es nicht schon geklingelt hat, bei dem Herrn der ein internationaler Experte auf dem Gebiet der „demokratiefeindlichen, rechtsextremen und neonazistischen Organisationen“. Na, wem fällt was auf? Richtig, der Herr ist auf einem Auge blind. Auf dem linken. Diesen Vorwurf müssen sich viele Journalisten aufgrund des Wahrheitsgehaltes gefallen lassen. Das ist aber keine Rechtfertigung und keine Entschuldigung für mutwillige Irreführung und verdeckte Leidenschaft für ein totalitäres System. Schäm dich, Larsson.

Verblendung – Stieg Larsson

Verblendung - Stieg LarssonVerblendung ist der erste Teil der Millennium-Trilogie. So benannt nach dem Magazin, bei dem Mikael Blomkvist arbeitet. Er ist der verantwortliche Herausgeber und wurde soeben zu drei Monaten Haft verurteilt, da er eine falsche Geschichte veröffentlicht hat. Das stürzt sein kleines Magazin und ihn selbst in eine Krise.

Diese Krise macht sich der ehemalige Grossindustrielle Henrik Vanger zu Nutzen und engagiert ihn, das Verschwinden seiner Nichte Harriet aufzuklären und den Mörder zu finden. Nun, finden soll Mikael Blomkvist. Aber nicht das was sich Henrik oder Mikael erwartet hätten. Ihm zur Seite steht Lisbeth Salander, eine sozial inkompetente Hackerin mit fotographischem Gedächtnis. Was wie ein Mensch gewordenes Vorurteil gegenüber computeraffinen Menschen aussieht, ist es auch. Dazu mischen sich etliche Fehler und Ungereimtheiten in der Story. Wieso Blomkvist am Ende von wiederholter Steuerhinterziehung Henrik Vangers spricht, wird sich aus diesem Text nie erschliessen.
Vielleicht liegt es daran dass Stieg Larsson, selber ein Kommunist dessen Leben der Suche nach Nazis und Rassisten gewidmet war, sich selber gerne in der Rolle des Frauenhelden Blomkvist gesehen hätte. So sind in der Familie Vanger viele böse böse Nazis zu finden und selbst einem Nicht-Nazi aber Grossindustriellen wie Henrik Vanger muss man dann doch etwas vorwerfen. Gähn. So irrt Stieg Larsson, ähm, ich meine, Mikael Blomkvist durch seine von Stereotypen erfüllte Welt.

Dennoch ist es einigermassen spannend und angenehm flott lesbar. Wenn dir also mal fad sein sollte, okay, lies es. Eventuell liesse sich durch den Film Zeit sparen aber lesen ist dann doch immer witziger.